Der BMB – Ein trojanisches Pferd der Tabaklobby?

Berlin, den 29.03.2007.

Das DKFZ hielt unlängst eine Pressekonferenz zum Nichtraucherschutz ab, mit neuesten Informationen zum Thema . Insbesondere wurden die augenscheinlichen Fehlinformationen von DEHOGA und Co. eindeutig wirderlegt. Rauchverbote führen eben nicht zu den vielbeschworenen Umsatzeinbrüchen in der Gastronomie.

Nun gibt es eine neugegründete Partei in Deutschland, den „BMB“, das Kürzel steht für den „Bund mündiger Bürger“. Der BMB poltert in einem offenen Brief an das DKFZ mit vielfältigem Verbamlüll. So werden dem DKFZ Propaganda und Lügen vorgeworfen, Behauptungen, die jeglicher Grundlage entbehren.

Aber um auf den Punkt zu kommen, who the hell is BMB?

Der Vorsitzende des BMB, Herr Brender, ist offensichtlich ein Mitglied des Netzwerks Rauchen, einem Raucherclub. Dieses Netzwerk Rauchen ist eine Organisation, die unter dem Deckmäntelchen der Meinungsfreiheit Propaganda gegen die Tabakprävention betreibt. Mitglieder dieses Netzwerks Rauchen sind unter anderem auch Tabakgroßhändler, und offensichtlich existiert eine enge Zusammenarbeit von smokersnews.de mit diesem Raucherclub, die sich gegenseitig verlinken und oft sehr ähnliche Pressetexte herausgeben.

Herr Brender ist unter anderem auch an der Sammelklage gegen das Rauchverbot beteiligt, nachvollziehbar anhand der Teilnehmerliste unter http://www.sammelklage-rauchverbot.de. An dieser Sammelklage wiederum sind viele Tabakgroßhändler und Automatenaufsteller beteiligt.

Man braucht gar nicht weiter nachforschen, denn die obigen Informationen reichen aus, um zu verstehen, worum es dem BMB geht. Da gibt es nur eine Antwort: Tabaklobbyismus.

Die Tabaklobby und deren Helfershelfer

Unbequeme Wahrheiten für die ewigen Zweifler und Verharmloser des Passivrauchens.

Adlkofer, Bergler, Brückner, Gostomzyk, Hundsdörfer, Maes und Überla – Personen, die in den letzten vier Jahrzehnten zu Stützen der Tabakindustrie wurden…….

Vorgestellt wird heute: Hans-Joachim Maes

Hans-Joachim Maes nutzte seine Fähigkeit zu akribischem Arbeiten, um im Auftrag der Tabakindustrie in wissenschaftlichen Studien und Publikationen nach Fehlern und Schwächen zu suchen mit dem Ziel, durch eine Vielzahl kleiner und kleinster Kritikpunkte – auch wenn sie noch so konstruiert und absurd erscheinen – das eigentliche Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie zu entwerten oder gar eine ganze Organisation wie die WHO ins Zwielicht zu rücken.

Aus einem interessanten Artikel im Stern:

“Um die Pflege der Wissenschaftler kümmert sich der Lobbyist eher selten persönlich. Nur Hans-Joachim Maes beschäftigt er »immer wenn ich was Konkretes habe«. Zum Beispiel »Nachforschungen über den Suchtbegriff der WHO«.

Im Übrigen macht Maes gelegentlich als angeblich unabhängiger Autor die WHO im »Deutschen Ärzteblatt« madig. Zuletzt im Juni 2001.

Für den Kontakt zur etablierten Wissenschaft hatte Brückner lange Jahre einen eleganten Zauberlehrling, den Internisten Professor Franz Adlkofer. Er stand von 1976 bis 1996 in Diensten des VdC und hielt mit kleinen und großen Aufträgen eine ganze Riege von Professoren bei Laune.”

aus:
http://www.stern.de/wirtschaft/spezial/magazin/artikel/index.html?id=332461&p=2&nv=cb

Der Herr Maes, bezahlt von der Tabakindustrie.

Dazu auch lesenswert:

http://best-health-guide.at/zaeg_data/mix/B_whrp01.htm

Antwortbrief auf den Beitrag von Hans-Joachim Maes zum World Health Report, vom 8.9.2000

Mit Überraschung nehme ich die simplifizierte und sachlich völlige unkorrekte Darstellung der Datengewinnung für den Welt- Gesundheitsbericht 2000 im Deutschen Ärzteblatt vom 8. September 2000 zur Kenntnis. Der Autor kommt offenbar auf Grund der mangelnden Sachkenntnis und des saloppen Lesens des anspruchsvollen Textes zu einem beachtlichen Fehlschluss über die methodische Qualität des Berichtes. Die Ergebnisse mögen für Deutschland in Teilbereichen unbequem sein, doch das berechtigt noch lange nicht zu einer stark fehlerhaften Beschreibung der Vorgehensweisen bei der Erstellung des World Health Report 2000 (WHR) durch die Arbeitsgruppen der WHO. Die Darstellung durch Maes ist solchermaßen verzerrt, und sein negatives, abschließendes Qualitätsurteil so eklatant falsch, dass zu befürchten ist, dass die deutschen Ärzte auf das Lesen des Berichtes verzichten………….
…………
…………
Mit kollegialen und freundlichen Grüßen, Ihr
Dr. med. Franz Piribauer, MPH (Harvard)

oder hier:

http://www.wissdok.com/iqwig/koch-ernst.html

Betrifft Hans-Joachim Maes: “Institutionalisierte Desinformation” (Novo82)

Personalisierte Desinformation……

und hier:

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&id=25864

Yach, Derek
WHO und Rauchen: Texte weder bearbeitet noch abgeändert
Deutsches Ärzteblatt 98, Ausgabe 5 vom 02.02.2001, Seite A-240 / B-190 / C-178
BRIEFE
Zu dem Beitrag „Mit Tricks zum Ziel oder: Wie man Zustimmung organisiert“ von Hans-Joachim Maes in Heft 49/2000:

. . . Dieser Artikel (enthält) eine ganze Reihe von Ungenauigkeiten. Wir sind erstaunt, dass Sie einen solchen Text ohne vorherige Überprüfung der Fakten publizieren, und nehmen diese Gelegenheit wahr, die fraglichen Sachverhalte richtig zu stellen. Wir hoffen, dass Sie dieses Schreiben in der nächsten Ausgabe abdrucken.
Die öffentlichen Hearings, wie es sie bislang in der Geschichte der Vereinten Nationen noch nicht gegeben hat, wurden von der WHO einberufen, um das Interesse der öffentlichen Meinung für den internationalen Vertrag zu wecken. Sie wurden fair, offen und in einer für die Öffentlichkeit absolut transparenten Weise geführt. Alle Stellungnahmen waren und sind auf unserer Website abzurufen. Des Weiteren wurden die zweitägigen Hearings live im Internet übertragen, um sie allen zugänglich zu machen, und Interessierte können sie nach wie vor aus dem Archiv abrufen.
Alle Stellungnahmen sind exakt in dem bei uns eingegangenen Wortlaut ins Netz gestellt worden: kein/e WHO-Angestellte/r hat die Texte in irgendeiner Form überarbeitet oder abgeändert. Einige Texte sind allein aus dem Grund ähnlich oder gleich lautend, weil die Stellung nehmenden Organisationen sich bei der Abfassung abgestimmt haben.
Entgegen Ihrer Darstellung haben die Hearings keineswegs nur „geringe Resonanz“ gefunden und sind auch in keiner Weise einseitig beeinflusst worden. Es nahmen sowohl Vertreter der Tabakindustrie als auch führender Public-Health-Institutionen aus aller Welt teil. Das American Cancer Institute, die American Medical Association, die Österreichische Krebsgesellschaft, die Australian Cancer Society, die Commonwealth Medical Association, die World Dental Federation und das Deutsche Krebsforschungszentrum sind nur einige der großen Fachverbände, die an den Hearings teilnahmen. Es wäre sinnvoll gewesen, die Meinung des einen oder anderen dieser Verbände einzuholen, bevor Sie einen persönlichen Standpunkt wie den des Autors dieses Artikels für bare Münze nehmen.
Nicht ein einziger der 514 Stellungnehmenden – einschließlich der Tabakindustrie – hat der WHO vorgeworfen, seine Stellungnahme sei in irgendeiner Form abgeändert worden. Damit sollte zumindest diese Frage geklärt sein . . .
Derek Yach, World Health Organization, CH-1211 Genf 27, Schweiz

Ein weiteres (vernichtendes) Urteil über diesen Mann:

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=28384

Herr Maes kritisiert, dass die Schätzungen der WHO zum weltweiten Rauchverhalten inkonsistent sind; zweitens, dass die Prognosen zur Entwicklung der Zahl der Rauchertoten in den nächsten Jahrzehnten laufend verändert werden; und drittens, dass Männer in den so genannten Entwicklungsländern aufgrund der niedrigen Lebenserwartung das „mittlere Alter“ von 69 Jahren gar nicht erreichten, vor dem sich laut Prognose der WHO die Hälfte aller Todesfälle aufgrund des Rauchens ereignen würden.
Zum ersten und zweiten Punkt möchten wir anmerken, dass aufgrund des Mangels an Daten aus Entwicklungsländern eine genauere Abschätzung der Rauchprävalenz weltweit derzeit nicht möglich ist; noch schwieriger ist die Voraussage der Anzahl von Toten durch das Zigarettenrauchen in den kommenden Jahrzehnten. Je nach verwendeter Datengrundlage und Modellierungstechnik ergeben sich unterschiedliche Schätzungen. Dies ändert aber nichts an der durch zahlreiche Studien belegten Tatsache, dass das Rauchen mit einer Reihe von Erkrankungen und vorzeitigen Todesfällen assoziiert ist. Weiterhin besteht spätestens seit der Publikation der „Global Burden of Disease-Studie“ bei Fachleuten Einigkeit darüber, dass tabakassoziierte Erkrankungen und Todesfälle auch in Entwicklungsländern massiv an Bedeutung gewinnen werden. Beim dritten Punkt argumentiert Herr Maes fehlerhaft. Die durchschnittliche Lebenserwartung wird stark durch die Kindersterblichkeit beeinflusst und liegt dort besonders niedrig, wo die Kindersterblichkeit hoch ist – nämlich in Entwicklungsländern. Dies bedeutet allerdings nicht, dass ein Mensch, wenn er erst einmal das 15. Lebensjahr erreicht hat, durchschnittlich schon mit 33 Jahren (Sierra Leone) oder mit 68 Jahren (China) stirbt.
Abschließend möchten wir auf bekannt gewordene Strategien verweisen, mit denen die Tabakindustrie versucht, die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Public-Health-Relevanz des Rauchens infrage zu stellen. So wurde in einem in der Fachzeitschrift „The Lancet“ publizierten Artikel aufgezeigt, dass die Tabakindustrie erhebliche finanzielle Mittel aufwendet, um zum Teil über bezahlte Wissenschaftler manipulierende Beiträge zu den epidemiologischen Zusammenhängen zwischen Tabakkonsum und Gesundheitsrisiken in den Medien und in Fachzeitschriften zu platzieren. So plante alleine die Firma Philip Morris, bis zu sechs Millionen US-$ für eine Kampagne gegen die von der „International Agency for Research on Cancer (IARC)“ veröffentlichten Ergebnisse zu den Risiken des Passivrauchens auszugeben, dreimal mehr, als die IARC-Studie gekostet hat . . .

Dr. med. Oliver Razum, Dr. med. Olaf Müller,
Hygiene-Institut, Tropenhygiene,
Im Neuenheimer Feld 324, 69120 Heidelberg

Fassen wir also zusammen:

http://www.nichtraucherschutz.de/NRI/42/nrinfo42.html

WHO-Aktion gegen Tabak. Mit Tricks zum Ziel oder: Wie man Zustimmung organisiert.” lautete die Überschrift zu einem Artikel, in dem der Verfasser, Hans-Joachim Maes, über die Bemühungen der WHO, ein Rahmenabkommen zur Kontrolle des Tabakkonsums zu Stande zu bringen, herfährt wie ein Geisterfahrer auf der Autobahn. Die NID hat daraufhin die Redaktion des Deutschen Ärzteblattes über den Verfasser informiert:

Hans-Joachim Maes ist dafür bekannt, dass er Vorgänge völlig einseitig darstellt, Dass er sich jetzt die WHO vorgenommen hat und deren Vorhaben eines internationalen Rahmenabkommens zum Rauchen durch Darstellung von Randproblemen torpediert, kommt nur für diejenigen überraschend, die ihn noch nicht von seiner W+D-Funktion her kennen.

“W+D Wissenschaft + Dokumentation” bezeichnet sich als eine “Beratungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH” mit Maes als Geschäftsführer. Laut deren eigener Homepage vom 13. Dezember 2000 (wissdok.de) gibt W+D zwei Bücher heraus: den “Arzneiverordnungs-Report” und “Passivrauchen”. Beide zeichnen sich durch einseitigste Kritik aus. Beim Passivrauchen zum Beispiel nimmt Maes alle Studien aufs Korn, die zu einer Bestätigung der Hypothese “Passivrauchen ist gesundheitsschädlich” führen. Dagegen bleiben nahezu alle Studien, die als Resultat hatten, Passivrauchen sei nicht gesundheitsschädlich, von jeglicher Kritik verschont.

Nicht gerade für Seriosität spricht, dass unter der W+D-Internet-Adresse wissdok.de zwar jeder Surfer Zugang zu Daten über die beiden Bücher (Punkt 7 und 8) erhält, nicht jedoch zu den auf dem Bildschirm mit blauer Schrift angebotenen Informationen. So bleibt ein Klick auf die anderen Punkte völlig wirkungslos: “1. Was ist W+D?” – 2. Wie erreicht man W+D? – 3. Unsere Philosophie – 4. Unsere Dienstleistungen – 5. Unsere Techniken – 6. Was ist W+D Nachsicht?”. Eine Fehlermeldung erscheint, wenn man auf das Angebot “9. Kaufen” klickt.

Da die Einnahmen aus einem Verkauf des Buches “Passivrauchen” – realistisch gesehen – nie die Ausgaben decken, stellt sich die Frage nach dem Auftraggeber der Passivrauch-Dokumentation. Es liegt nahe, ihn bei der Tabakindustrie zu suchen. Denn in deren Dokumenten ist zu lesen (1988): “(Die weltweite Strategie von Philip Morris besteht darin), so viele Wissenschaftler auf internationaler Ebene zu koordinieren und zu bezahlen, wie nötig sind, um eine Auseinandersetzung über die Gesundheitsschädlichkeit des Passivrauchens am Leben zu erhalten.

Tja, der Herr Maes gehört zu den Prduzenten von Unwissen, insbesonders die Aktivitäten
seiner Firma W+D sind sehr aufschlussreich.

Auch das Ärzteblatt ist schockiert:

http://www.aerztlicher-arbeitskreis.de/mitteil20.htm

Das Deutsche Ärzteblatt als Forum für Tabakinteressen
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich das hohe Ziel gesetzt, die globale Ausbreitung des Rauchens einzudämmen (vgl. MITTEILUNGEN des ÄARG Nr. 15 und 17). Sie strebt dazu den Abschluss eines Rahmenabkommens an, das die Herstellung und Vermarktung von Tabakprodukten weltweit regeln soll. Diese Bemühungen werden von den multinationalen Tabakkonzernen erbittert bekämpft. Eine ihrer Abwehrstrategien besteht in dem Versuch, die Glaubwürdigkeit der WHO zu untergraben. Zwei Paradebeispiele für diese Vorgehensweise bieten die Veröffentlichungen von Maes im Deutschen Ärzteblatt (DÄ 97: C2472 [2001 und DÄ 98: C1323-1325 [2001]), dem zentralen Organ der deutschen Ärzteschaft. Unter dem Vorwand der Aufdeckung ‘unsauberer Wissenschaft’ werden in der Fachzeitschrift – mit ausdrücklicher Bekräftigung durch den Chefredakteur – das Datenmaterial und die Verlautbarungen der WHO als fragwürdig dargestellt und der Eindruck erweckt, die WHO manipuliere Zahlen in betrügerischer Absicht.
Die betreffenden Artikel sind unklar, irreführend, fehlerhaft und so offenkundig interessengeleitet, dass die Leserschaft des Deutschen Ärzteblattes gegen deren Veröffentlichung in ihrem Standesblatt entschiedenen Protest einlegen sollte.

Dr. med. Claudia Rose bringt es auf den Punkt:
http://www.viamedici-stellenmarkt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&id=28378
…….
H.-J. Maes präsentiert eine „kritische Analyse“ des von der WHO …

….
Impetus und Sinn dieser Abhandlung bleiben genauso unklar wie der fachliche Hintergrund des Autors und sein berufliches Interesse am Thema. Die pseudowissenschaftliche Darstellung erinnert jedoch fatal an entsprechende Öffentlichkeitsarbeit der amerikanischen Tabakindustrie, die seit Mitte der 80er-Jahre versucht, durch unsaubere methodische Kritik die Anti-Rauchen-Initiativen der US-Gesundheitsbehörden zu diskreditieren.

Dr. med. Claudia Rose, M.P.H.,
68259 Mannheim

Die Moral von der Geschicht: Papier ist geduldig.

Selber recherchieren klärt auf!

Die Propaganda eines Raucherclubs

Tabaklobby verstärkt Aktivitäten massiv

Europäische Konsumentenvereinigung Tabakwaren (EuKT) pöbelt professionell

Die internationale Tabaklobby-Organisation Forces ist inzwischen, dank der Information der Weltgesundheitsorganisation WHO, jedem aufgeklärten Konsumenten ein Begriff. Von der Tabakindustrie gesponsert, ist der einzige Zweck der Forces die Förderung des Tabakdrogenkonsums und die Verhinderung von Maßnahmen zum Schutz vor Passivrauchen.

Mitglieder der Forces fielen unter anderem häufig durch destruktive Diskussionsbeiträge in Internet-Foren auf, wenn es um das Thema Passivrauchen ging. Nach Kräften versuchten sie, jegliche sinnvolle und sachliche Auseinandersetzung mit dem Tabakdrogenkonsum zu verhindern oder zu sabotieren. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien wurden mangels schlagkräftiger Gegenbeweise einfach in den Schmutz gezogen und lächerlich gemacht.

Dieses angekratzte öffentliche Image der auf niedrigem Niveau pöbelnden Forces ist der Tabakbranche nun offensichtlich nicht mehr gut genug. Angesichts der wachsenden Akzeptanzprobleme der Tabakindustrie, die durch Offenlegung ihrer Machenschaften stark zugenommen haben, sind die eher laienhaft auftretenden Mitglieder der Forces nicht mehr ausreichend, der erdrückenden Beweislast über die Folgen des Tabakdrogenkonsums und die Todesfälle durch Passivrauchen etwas entgegen zu setzen.

Die Tabakindustrie wäre jedoch in den letzten Jahrzehnten gerade in Deutschland nicht so erfolgreich gewesen, wenn sie nicht ihre Marketing-Maschinerie gegen derartige Probleme in den Kampf geschickt hätte. So ließ ihre Antwort gegen die wachsende Bedrohung ihrer Drogenprofite durch zunehmende Aufklärung der Bevölkerung nicht lange auf sich warten. Unlängst wurde die Europäische Konsumentenvereinigung Tabakwaren (EuKT) gegründet, die sich bereits aktiv und aggressiv in die Diskussion um nichtraucherfreundliche Gastronomie eingeschaltet hat.

Auf ihrer Webseite behauptet die EuKT, sie würde sich für einen “Schutz der Raucher” einsetzen. Bereits diese Aussage entlarvt die Vereinigung, denn der wirksamste Schutz der Raucher müsste sich in allererster Linie gegen die Tabakindustrie richten, ein sofortiges Tabakwerbeverbot und Abschaffung aller Tabakautomaten fordern, Hilfsmaßnahmen für Nikotinabhängige und deren Angehörige schaffen usw. Von alledem ist bei dieser Organisation keine Rede. Es geht also bei der EuKT nicht im Geringsten um den Schutz der Raucher, sondern ausschließlich um den Schutz einer lukrativen Einnahmequelle der Tabakindustrie.

Die EuKT setzt sich laut ihren Pressemeldungen für die “Rechte der Raucher” ein, die angeblich zunehmend diskriminiert würden. Dabei ist zuerst einmal klarzustellen, dass die Verweigerung von Sonderrechten für Raucher (auf Luftverschmutzung, Körperverletzung, Kindesmisshandlung, Behindertenfeindlichkeit usw. durch Tabakqualm) völlig konsequent und konform mit den bestehenden Gesetzen ist. Im Übrigen gelten für Raucher die gleichen Rechte wie für Nichtraucher.

Es geht aber bei der EuKT gar nicht so sehr um irgendwelche Rechte, sondern nur um ein weiteres Kapitel des Tabakmarketings. Das wird spätestens dann klar, wenn man sich die personelle Besetzung der EuKT betrachtet. Dieser Verein besteht im wesentlichen aus einem ausgekochten Marketing-Spezialisten mit bombastischem Namen, Oliver Graf von Wurmbrand-Stuppach, sowie zwei Mitarbeitern mit Erfahrung in der Öffentlichkeitsarbeit.

Dieser Graf wettert nun in Pressemitteilungen gegen die Anti-Raucher-Bewegung, und hat dabei noch gar nicht kapiert, dass es gar nicht um die Raucher geht. Es geht um den gesundheitsschädlichen Tabakqualm, die allzu oft tödlichen Folgen des Passivrauchens, Kinder- und Jugendschutz, plötzlichen Kindstod, oder ein zusammenbrechendes Gesundheitssystem, um nur einige der unzähligen Aspekte beispielhaft aufzuzählen.

In einer Pressemeldung schreibt Wurmbrand-Stuppach “Raucher wehren sich gegen Diskussion über Rauchverbot”. Warum wehren sich die Raucher gegen eine Diskussion? Fehlen ihnen etwa die sachlichen Argumente, warum auch weiterhin nichts gegen 3.300 Passivrauchtote jährlich unternommen werden soll?

Wurmbrand-Stuppach betet die altbekannten Vorurteile herunter, die bereits vor Jahrzehnten in der Strategie des VdC zur Bekämpfung des Nichtraucherschutzes festgelegt wurden: drastische Umsatzeinbußen in der Gastronomie, Verlust zehntausender Arbeitsplätze, Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Raucher, mangelnde Toleranz und Akzeptanz der größten und respektabelsten Minderheit in Deutschland, und natürlich dürfen bei dieser Litanei auch die Milliardeneinnahmen der Tabaksteuer nicht fehlen, von der nicht nur der Staat sondern sogar die Nichtraucher profitieren. Sogar die italienische Staatsregierung bezichtigt der Tabaklobbyist der Lüge, da ihm der großartige Erfolg des italienischen Rauchverbots, das vorbildlich in Europa ist, nicht in den Kram passt.

Die Trugbild-Strategie der EuKT-Tabaklobbyisten wird ebenfalls deutlich, nimmt man den angeblichen Standort dieser Vereinigung unter die Lupe: die Adresse Markgrafenstraße 56, 10117 Berlin. Unter dieser Adresse werden nur Postfächer vermietet, die von der US-amerikanischen Franchising-Firma Mail Boxes Etc. (MBE) als “virtuelle Büros” betrieben werden. Diese Adresse taucht auch im Zusammenhang mit dubiosen Hormonhändlern, der bluemelon.de-Abzocke oder anderen zwielichten Geschäften auf.

Neben diesem generellen Nachteil von Briefkastenfirmen hat das Arrangement jedoch einen großen Vorteil für die Tabaklobbyisten: sie sehen sich nicht wie der VdC in zunehmendem Maße mit Demonstranten vor der eigenen Haustür konfrontiert.

Quellen und weitere Informationen:
WHO Tobacco Atlas – Internationales Tabaklobby-Netzwerk (PDF-Datei)
Europäische Konsumentenvereinigung Tabakwaren im Internet: http://www.eukt.com
EuKT-Pressemeldung: “Raucher wehren sich gegen Diskussion über Rauchverbot”
Tobacco Documents: “Passive Smoking Presentation by the Verband Der Cigarettenindustrie”
ZDF: Dubiose Hormonhändler
openPR: “Raucherverband erhält Zulassung im Bundestag”
Generalstabsmäßige Unterwanderung von Politik und Öffentlichkeit

Passivrauchen ist gesundheitsschädlich

Tabakqualm ist eben nicht nur lästig. Passivrauchen – also das unfreiwillige Einatmen von Tabakrauch – ist eine nicht zu unterschätzende Gesundheitsgefahr. Das belegen wissenschaftliche Studien eindeutig.

Nichtraucher, die regelmäßig mitrauchen müssen, riskieren grundsätzlich die gleichen akuten und chronischen Gesundheitsschäden wie Raucher. Geringer sind nur Ausmaß und Häufigkeit der Schäden. Zu den unmittelbaren Folgen zählen Augenreizungen, Husten, Heiserkeit und Halsschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Auch Passivrauchen kann Lungenkrebs und Herz- Kreislauf-Erkrankungen verursachen oder begünstigen.

Das Bundesgesundheitsamt (BGA) hat bereits 1988 festgestellt, dass das Risiko, an Krebs zu erkranken, bei Passivrauchern mindestens 100 Mal höher ist als bei Einatmen von Asbeststaub in einer Konzentration von 1000 Fasern/m³.

Eine Ende 2005 vom Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz) Heidelberg vorgestellte Studie belegt, dass allein in Deutschland jährlich etwa 3.300 Nichtraucher durch Passivrauchen vorzeitig sterben, die meisten an Herzinfarkt, Schlaganfall oder Lungenkrebs.

Tabakrauch in der Raumluft wurde 1998 von der MAK-Kommission der DFG *) als Stoff eingeordnet, der beim Menschen eindeutig Krebs erzeugt. Er wurde sogar in die höchste der fünf Gefährdungsstufen gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe eingestuft.

Für Krebs erregende Substanzen existieren keine Schwellenwerte, unterhalb derer sie als nicht gesundheitsschädigend betrachtet werden können. (MAK-Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft)

    *) MAK: Maximale Arbeitsplatz-Konzentrationen- und Biologische Arbeitsstoff-Toleranzwerte-Liste, DFG: Deutsche Forschungsgemeinschaft