Die Verdummungsmaschinerie der Tabaklobby läuft auf Hochtouren

„Rauchen-erlaubt“, so nennt sich der Internetauftritt des „Vereines zum Erhalt des Bayerischen Lungenkrebses „der Bayerischen Wirtshauskuktur“. Von der Aufmachung her gleicht dieser Internetauftritt den Tabakwerbeseiten der Firma Reemtsma. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Dass es sich bei diesem dubiosen Verein um die fünfte Kolonne der Tabaklobby handelt, ist nur zu offensichtlich. Unter „News“ befinden sich zahlreiche Artikel, die auch vom „Netzwerk-Rauchen“, einem Raucherclub, der regelmäßig Propaganda gegen den Nichtraucherschutz betreibt, präsentiert werden.

Ein Beispiel: Die Stellungnahme Prof. Dr. Scherer zu: Belegbares Risiko durch Passivrauchen?

Vorab:

Gerhard Scherer stand einst in den Diensten des mittlerweilen aufgelösten Verbandes der Cigarettenindustrie „VDC“. Dort arbeitete er mit dem allseits bekannten Tabaklobbyisten Franz Adlkofer zusammen. Hier ein kleiner Ausschnitt aus seinem beruflichen „Wirken“:

A confidential Philip Morris document from 1983 states, “Professor Franz Adlkofer and Dr [Gerhard] Scherer of the VdC have written an extensive article on passive smoking, which will be published under Schievelbein’s name.”115 When a researcher133,134 mentioned the RJR funding for his project in a publication, Colby wrote to him, “please remember that the contract indicates that we prefer that we be consulted regarding such mentioning before a paper is sent out to a journal or other publisher.”148

Nun zur Stellungnahme des Herrn Scherer, die er in der Expertenanhörung im Landtag Rheinlad-Pfalz zum Entwurf des Nichtraucherschutzgesetzes – Streitpunkt Gaststätten und Bierzelte – abgab:

Die Lungenärztin Dagmar Gillmann-Blum vom Landesverband der Pneumologen verwies darauf, dass im Zigarettenrauch mehr als 60 Stoffe enthalten seien, die ebenso wie Asbest Krebs verursachen können. Sie befürwortete das Gesetz, regte jedoch an, die Möglichkeit einer Nikotin-Ersatztherapie aufzunehmen, um Raucher am Arbeitsplatz nicht zu diskriminieren. Gillmann-Blum setzte sich ebenso wie Roland Buhl vom Tumorzentrum Rheinland-Pfalz kritisch mit dem Münchner Toxikologen Gerhard Scherer auseinander. „Es gibt nicht viele Wissenschaftler, die seine Meinung teilen“, formulierte Buhl vorsichtig. Scherer sagt, die Belastungen von Passivrauchern seien kaum höher als die von jenen Nichtrauchern, die keinem Zigarettenrauch ausgesetzt seien. Zumindest gelte das für Benzol und für die Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe, sagte er. Scherer wies auf die hohe Hintergrundbelastung beispielsweise durch den Straßenverkehr hin. Auf die Frage, wie diese Äußerungen zu der Zahl passen, wonach jährlich 3300 Menschen in Deutschland an den Folgen des Passivrauchens sterben, zweifelte Scherer die Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums an. Sie habe keine epidemiologischen Untersuchungen zugrunde gelegt. „Ich sage nicht, dass kein Risiko besteht, ich möchte aber die Größenordnung hinterfragen“, sagte Scherer.

Quelle: Pfälzer Tageblatt – Ausgabe Weinstraße
Ausgabe: Nr.194 Datum: Mittwoch, den 22. August 2007

Es gibt nicht viele Wissenschaftler, die die Meinung des Herrn Scherer teilen. Das trifft den Kern der Sache.

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