Das kleine Widerspenst – Volksverdummung pur

Jahrzehntelang gab sich die Tabakindustrie jede erdenkliche Mühe, die Schädlichkeit des Aktiv- und Passivrauchens zu vertuschen. Sie hat sich raffinierte Propagandakampagnen ausgedacht, Studien verheimlicht, gefälscht und verdreht, und in der Forschung in großem Maßstab betrogen und gelogen.

Die Tabakindustrie griff deshalb immer wieder tief in die Mogelkiste. Natürlich glaubt kein Mensch etwa Philip Morris, wenn der Tabakmulti von der Harmlosigkeit des Passivrauchens redet. Also schieben Philip Morris und andere Tabakfirmen scheinbar unabhängige Wissenschaftler vor. Diese erledigten dann die Arbeit für die Tabakmultis. Die Aufgabe war stets diesselbe: in der Öffentlichkeit Verwirrung stiften.

Ein Mann, der sich in diesem Geschäft auskennt, ist Ragnar Rylander. Seit anfangs der 1970er Jahre steht der Wissenschaftler gegen grosszügige Entlöhnung im Solde von Philip Morris. Schon damals war allen Wissenschaftlern bei Philip Morris klar, dass aktives wie passives Rauchen Krebs und weitere Krankheiten verursacht. Doch in der Öffentlichkeit leugnete Philip Morris, dass Rauchen krank macht. Rylander beteiligte sich aktiv an dieser Politik der Verleugnung.

Noch 1999 behauptete Rylander allen Ernstes in einer angesehenen Fachzeitschrift, bei Nichtraucherinnen, die mit Rauchern zusammenleben, würden schlechte Ess- und Trinkgewohnheiten für die Gesundheitsschäden in Frage kommen, die in Tat und Wahrheit auf das Konto Passivrauchen gehen. Nicht die Giftstoffe des Tabakqualms, sondern ein zu kleiner Konsum von Früchten und Gemüse sowie ein zu grosser Konsum von Kaffee und Alkohol würden Lungenkrebs auslösen.

Diese Betrügereien kamen letztendlich alle ans Tageslicht. Nachdem die Tabakindustrie eingesehen hat, dass die Schädlichkeit des Passivrauchens nicht mehr zu vertuschen ist, wird ja sogar auf den Internetseiten der Tabakindustrie vor den Gefahren des Passivrauchens gewarnt.

Das groteske, unkritische Nachplappern dieser Uraltargumente der Tabakindustrie hat nun das „Netzwerk-Rauchen- Forces-Germany übernommen. Mit den Strategien der Tabakindustrie versuchen ein paar verblendete Nikotinabhängige eine dreiste, wohl aber auch lächerliche Volksverdummungskampagne in Gang zu setzen. Bundesweit gibt es etwa zwei duzend Aktivisten, der Forces.Germany, von denen fast jeder eine eigene Internetrepräsentanz unterhält. Auf diesen verbreiten diese selbsternannten Tabakverfechter stets die gleichen, abenteuerlich anmutenden pseudowissenschaftlichen Erkenntnisse, die bereits auf der„Forces-Germany“ Homepage zum Besten gegeben werden. Nach dem Motto „Masse statt Klasse“ wird unter dem eigenen Namen immer wieder der gleiche Informationsmüll geboten.

Die neueste Schnapsidee ” Das kleine Widerspenst

Die neueste Schnapsidee dieser Nikotinikertruppe , Volksverdummung in Reinkultur , ist die Aktion „Das kleine Widerspenst“, ein Newsletter der Nikotinneurotiker der zwar nichts Neues zu sagen hat, jedoch dafür umso mehr die augeleierte Nikotinpropaganda der ewig Gestrigen an den Mann/an die Frau bringen will. Was in „Das kleine Widerspenst“ herunter gebetet wird, ist nichts Anderes, als was auf den Homepages der Nikotinanbeter wie “Rauchen-Bayern”, “Raucherdiskriminierung.eu”, “passiv-rauchen.de”, “rauchen-heseen.de”, “rauchen-erlaubt.de”, ” smokingrebels.com” etc. in zahlreichen, gebetsmühlenartigen Wiederholungen präsentiert wird: Pseudowissenschaftlicher Tabakfundamentalismus.
Beispielhaft greifen wir hier eine besonders schäbige Propagandamasche heraus.

Wissenschaft oder Kaffeesatzleserei? Teil 1

Passivraucher leben länger? Das Alter vor allem sollte zu denken geben, in dem die angeblichen Passivrauchtoten gestorben sein sollen: Ein Drittel war älter als 85, ein weiteres Drittel älter als 75 Jahre alt. Zum Vergleich: Das Durchschnittsalter aller im Jahr 2006 insgesamt Verstorbenen (vom Säugling bis zum Greis) lag bei 76,5 Jahren. Damit wäre die Mehrheit der Passivrauchopfer sogar überdurchschnittlich alt geworden.

Behauptet „Das kleine Widerspenst“ alias Netzwerk-Rauchen.

Fakt ist:

Obiges Statement ist eine Mischung aus Propaganda und Junk-Science, so irreführend wie menschenverachtend, und massenhaft verbreitet vom „Netzwerk-Rauchen – Forces-Germany“. Es ist ein äußerst schäbiger Verbaltrick und ein Lehrstück aus Reihe „how to lie with statistics“.

Warum?

1. Im durchschnittlichen Lebensalter sind alle Sterbefälle enthalten, also auch die der Raucher selbst. Die Raucher drücken bekanntlich die durchschnittliche Lebenserwartung erheblich. Gleiches gilt für die Kindersterblichkeit, die Opfer des Strassenverkehrs, etc.pp. Zu behaupten, die Mehrheit der Passivrauchopfer wäre überdurchschnittlich alt geworden, ist eine dreiste Propagandalüge.

2. Die Sterbetafeln des Statistischen Bundesamtes zeigen, welche Lebenswerartung die Passivrauchopfer denn durchschnittlich noch gehabt hätten.

Und die ist erstaunlich hoch:

Ein 75-jähriger Mann hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von gut 10 Jahren, eine 75-Jährige Frau lebt im Durchschnitt noch mehr als 12 Jahre.

Wer jetzt meint, 85-Jährige hätten fast keine Lebenserwartung mehr, irrt gewaltig. Frauen leben dann im Durchschnitt noch über 6 und Männer mehr als 5 Jahre.

siehe: Statistisches Bundesamt

3. Völlig unterschlagen werden die Leiden der Passivrauchopfer, die beispielsweise im Falle einer COPD oft viele Jahre an der Sauerstoffflasche hingen und letzendlich einen quälenden Erstickungstod sterben mussten.

Die Quatsch-Comedy-Freunde der Gurkentruppe Forces-Germany werden das vermutlich kaum verstehen.
Das wiederum ist nur zu verständlich: Rauchen schädigt das Hirn, und zwar nachhaltig. Und nicht nur das

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Das Netzwerk-Rauchen: Kann man Dummheit mit Löffeln fressen? Oder macht Rauchen dumm?

So tickt es, das Netzwerk Rauchen.

Man nimmt sich ein paar bezahlte Schreiberlinge, die gefälschte und getürkte Studien der Tabakmafia mit gezielten Desinformationen spicken und durch Weglassen von Fakten ins Gegenteil verkehren, dann hat man „Studien“, die beweisen dass Passivrauchen vollkommen ungefährlich ist. Wenn man mehr bezahlt, bekommt man diesen „Beweis“ sogar für aktives Rauchen.

Oder man glaubt einfach daran und erzählt vom 90-jährigen Kettenraucheropa der sich bester Gesundheit erfreue, was letztlich die billigere Methode ist.

Dann erfindet man zusätzlich die „Pharmamafia“, sofort hat man eine „böse“ Industrie auf der Gegenseite. Danach denkt man sich die sog. „Passivrauchlüge“ aus (die ähnlichen Wahrheitsgehalt hat wie ihr Vorbild, die „Auschwitzlüge“) und hetzt gegen öffentliche Institutionen oder Einzelpersonen, die Rauchverbote befürworten. Dann hat man die politischen Aussagen, mit denen man gegen alle Vernunft alles niederknüppeln kann. Im Bedarfsfall macht man diese Gruppen oder Personen gleich auch noch zu „Nazis“, damit hat man dann, falls noch irgendwelche Zweifel bleiben sollten, wirklich alles erschlagen. Und zum Beleg erklärt man gerne, Adolf Hitler sei ja bekanntermaßen „militanter Nichtraucher“ gewesen und erzählt noch das eine oder andere Schmankerl vom „Führer“ (z. B. wie er seine Kippen in die Donau warf und dann beschloss, die Welt zu unterwerfen und sich den „Blitzkrieg“ ausdachte). Und zum Schluss muss man nur noch die Opfer der Tabaksucht zu Märtyrern stilisieren, die sich „für die Freiheit selbst geopfert“ haben (wie dieser Oberstinker Turci aus Italien) und das verqualmte Weltbild ist rund und stimmig. Das hat leider einen kleinen Nachteil: Weil immer wieder gegenteilige Dinge an die Öffentlichkiet kommen (von wissenschaftlichen Ergebnissen bis hin zum Ableben promimenter Raucher, die genau an einer Raucherkrankheit wie Lungenkrebs mit 50 oder 60 Jahren versterben), muss man ständig nachbiegen an der mühsam gezimmerten Ideologie. Dafür ist es praktisch, wenn man ein Forum hat, wo man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann und wo sonst niemand stört, der evtl. eine abweichende Meinung vertritt. Diese Störer nennt man dann „Antis“, man schreibt „Keine Toleranz der Intoleranz gegenüber!“ und schmeißt diese Störer einfach raus. Dann stimmt die Richtung wieder und man kann munter weiter elaborieren an der eigenen vernebelten Weltsicht. Ein wichtiger Zweck dieses Forums der Stinker ist es nämlich, sich gegenseitig darin zu bestärken, dass man auf der einzig richtigen Seite stehe, dass außenherum nur Feinde seien und man selbst die exklusive Wahrheit als einzige Gruppe auf der Welt wirklich kenne und diese auch publizieren müsse. Wer hier Parallelen zu Sekten sieht, der liegt gar nicht mal so falsch. 

 Wie schon erwähnt : Viele dieser Typen werden eines Tages merken, dass sie sich über die Jahre mit viel Energie für die völlig falsche Sache eingesetzt haben: Ihren eigenen Tod den sie selbst verursacht haben. Das wird eine sehr bittere Erkenntnis werden. Die tragische Dummheit dieser Leute liegt letztlich darin, das Wahrscheinliche nicht antizipieren zu können und entsprechen zu handeln. Aber das ist ja nichts Neues: Wer bestimmte Informationen nicht auswerten konnte, der starb eben früh. Letztlich ist das nichts anderes als das Prinzip der Evolution: Survival of the fittest. Wer irgendwann nicht gelernt hatte, dass man bestimmte Dinge nicht tun darf (bestimmte Beeren oder Pilze essen, einen Löwen mit der Hand fangen zu wollen, dem Stärkeren mit der großen Keule das Weibchen ausspannen etc. etc.) der hat schon immer mit dem Leben bezahlt.

Toleranz für Raucher?

„Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten“. Wilhelm Busch schrieb diesen klugen Satz vor etwa 100 Jahren. Toleranz ist gut gegenüber Menschen, die anders aussehen, anders denken, andere Vorlieben haben oder in anderer Form anders sind als wir selbst. Toleranz soll anderen erlauben, ihre Bedürfnisse zu leben. Sie hört aber dort auf, wo manche sich rücksichtslos über die Bedürfnisse anderer hinwegsetzen.

Die von Wilhelm Busch formulierte Maxime sollte heute keiner Diskussion mehr bedürfen. Doch die Auseinandersetzungen in Sachen Toleranz scheinen sich zu einer unendlichen Geschichte auszuweiten. Raucher fordern von Nichtrauchern Toleranz. Verlangen dagegen Nichtraucher Rücksichtnahme, so fühlen sich Raucher nur selten dazu verpflichtet. Recht und Gesetz stehen auf ihrer Seite, meinen sie. Erlaubt sei, was nicht ausdrücklich verboten ist. Alles andere – so finden sie – ist Sache des guten Willens. Der Nichtraucher darf demutsvoll auf die Gnade des Rauchers hoffen, wenigstens während des Mittagessens verschont zu bleiben, eingeräuchert zu werden. Der Raucher entscheidet, wie sich die Situation gestaltet. Das hebt natürlich sein Selbstwertgefühl. Er kann den anderen zu Dankbarkeit herausfordern oder ihm eins auswischen. „Ich hab’s in der Hand. Ich bin stark!“ Ein schönes Gefühl, vor allem für solche mit angeschlagenem Selbstwertgefühl.

Zum Glück nehmen immer weniger Nichtraucher die ihnen von den Rauchern zugeschriebene Rolle des demutsvollen Dulders an. Sie wehren sich. Mit Recht! Nichtraucher wie Raucher sehen das Recht auf ihrer Seite. Nichtraucher fühlen sich in ihrer Gesundheit und in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt und verweisen auf ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit gemäß Art. 2 Abs. 2 Grundgesetz (Anm.d.Red.: Angegebene Paragraphen beziehen sich auf die Gesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland). Dieses Recht wird durch Passivrauchen nachweislich verletzt. Raucher dagegen bestehen auf einem Gewohnheitsrecht, das von offizieller Seite bisher nie ernsthaft angefochten wurde. Zigaretten zu kaufen ist legal, sie zu rauchen demnach auch. Wen es stört, der hat Pech. Die Politiker in unserem Lande haben lange Zeit verbissen darum gerungen, die Rechtsunsicherheit in dieser Frage beizubehalten.

Jeder Versuch, eine eindeutige Rechtslage zu schaffen, wurde von den Abgeordneten im Deutschen Bundestag bis zur Jahrtausendwende mehrheitlich abgelehnt. Mit der Novellierung der Arbeitsstättenverordnung haben wir nun endlich für einen wesentlichen Bereich des öffentlichen Lebens eine Rechtsgrundlage für den Nichtraucherschutz. Die Praxis wird zeigen, ob der Gesetzgeber damit ein Schutzschild oder lediglich ein Feigenblatt präsentieren wollte. Für ein Land, das sich konsequentes Verhalten im Umwelt- und Verbraucherschutz zugute hält, ist das Lavieren um den Nichtraucherschutz schon erstaunlich. So avancierten Nitrofen, Hormonpräparate und Antibiotika in Futtermitteln zum Skandal, während Nikotin und zahlreiche andere Schadstoffe im Tabakrauch das Gewissen der Verbraucherschützer nicht sonderlich rührten. Gegenüber schadstoffbelasteten Lebensmitteln gibt es keine Toleranz. Sie werden konsequent ausrangiert und vernichtet.

Andererseits wird dem betroffenen Bürger nahegelegt, der mit Schadstoffen aus dem Tabakrauch belasteten Atemluft mit Toleranz zu begegnen. Wie steht der Umweltschutz dazu? Welcher Logik folgt das politische Eingreifen? Ein Krebs auslösender Stoff wie Nitrofen in Lebensmitteln ist unakzeptabel, auch dann, wenn noch nicht nachgewiesen ist, ob die festgestellte Konzentration hoch genug ist, um eine Krankheit auslösen zu können. Im Tabakrauch sind etwa 50 Erbgut verändernde und Krebs erzeugende Stoffe enthalten. Nicht nur durch aktives Rauchen, sondern auch durch Passivrauchen können Karzinome (z.B. Lungenkrebs) entstehen. Das ist keine Vermutung, sondern durch zahlreiche Studien nachgewiesen. Der Handlungsbedarf ist also um ein Vielfaches höher als bei Nitrofen. Was geschieht also? Der neue § 3a der Arbeitsstättenverordnung fordert vom Arbeitgeber, die nichtrauchenden Beschäftigten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch zu schützen. Vermutlich erhebt sich daraus die Frage nach der zulässigen Dosis, nach der Konzentration also, die nicht überschritten werden darf. Bei Industrieabgasen lassen sich in der Regel Toleranzgrenzen festlegen und auch kontrollieren. Bei Tabakrauch ist weder das eine noch das andere möglich und sinnvoll. Tabakrauch ist eine Mischung aus mehr als 4.000 verschiedenen Stoffen. Es ist ausgeschlossen, für alle von ihnen Grenzwerte zu bestimmen, unterhalb derer eine biologische Schädigung unwahrscheinlich ist. Noch viel weniger ließe sich deren Einhaltung kontrollieren. Da sich für Tabakrauch objektiv keine Toleranzgrenzen festlegen lassen, kann es im Nichtraucherschutz auch keine Toleranz geben, etwa nach dem Motto: „Das bisschen Qualm – sei doch nicht so empfindlich!“.

Mit der Formel „Wirksam ist der Nichtraucherschutz nur dann, wenn kein Tabakrauch zu riechen ist!“ haben die „Nichtraucher-Initiative Deutschland“ und der „Ärztliche Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit“ eine praktikable Definition gegeben. Sie ist unter normalen Gegebenheiten ausreichend, um im gesundheitlichen Interesse richtig zu entscheiden. Es gibt aber Fälle, in denen die Geruchsprobe nicht ausreicht, z.B. bei geruchlosen Schadstoffen. In klimatisierten Räumen mit hohem Umluftanteil kann die Atemluft durch wirksame Filter geruchsneutral gehalten werden, obwohl ein Teil der Schadstoffe aus dem Tabakrauch das Filtersystem passiert und in den Raum zurückgeführt wird. Diese können, obwohl sie nicht bewusst wahrgenommen werden, unerwünschte biologische Wirkungen haben. So wurden Fälle von Hypoxie (mangelnde Sauerstoffversorgung) mit Befindungsstörungen beobachtet, obwohl der Sauerstoffgehalt der Raumluft normal war. Ursache war eine unbewusste flache Atmung als Reaktion auf die nicht als Geruch wahrgenommene Luftverschmutzung. Tabakrauch ist die wichtigste und mit Abstand schädlichste Luftverschmutzung in Innenräumen. Da sich der Mensch vorwiegend innen aufhält, gehört Tabakrauch zu den wichtigsten Anliegen eines auf den Menschen bezogenen Umweltschutzes.

An dieser Stelle aber beißt sich die Katze selbst in den Schwanz. Dieselbe Gewalt, die den Menschen vor Gift schützen soll, bringt dieses mit amtlichem Siegel selbst in Umlauf. In dieser Doppelrolle glaubwürdig zu sein ist wahrlich nicht leicht. Wenn Fremdverschulden im Spiel ist wie bei Schadstoffen in Lebensmitteln, dann ist konsequentes Vorgehen angesagt, aber bei Schadstoffen im Tabakrauch wird deren Verbreitung dank der üppigen Fütterung des Steuersäckels wohlwollend in Kauf genommen.

Das Problem Schutz vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch wird von den Verantwortlichen mit spitzen Fingern recht differenziert aufgegriffen. Schutzwürdig ist, wer dem Gift gegen seinen Willen ausgesetzt ist. Über die Schutzwürdigkeit derer, die über noch keinen eigenen Willen verfügen, wie Kleinkinder, Säuglinge und Ungeborene im Mutterleib, herrscht bei offiziellen Stellen noch ziemliche Unklarheit oder zumindest die Tendenz, das Problem zu verdrängen. Wer sich selbst in Gefahr begibt, ob als Raucher oder als Nichtraucher in freiwilliger Gesellschaft mit Rauchern, der bewegt sich auf schutzfreiem Terrain. Dieses Gebiet wird von verschiedenen Kreisen gern als das Reich der Freiheit und Toleranz gepriesen. Es soll so scheinen, als ob kein allgemeines Interesse an einem umfassenden Schutz vor den Gefahren durch Tabakrauch besteht. Sollte ein solcher Schutz zwingend notwendig sein – so die Zweifler -, dann doch wohl für alle. Die Konsequenz wäre das Verbot eines derzeit noch frei verkäuflichen Produktes, das bei  bestimmungsgemäßem Ge- und Verbrauch so viele Todesopfer fordert wie kein zweites. Vor dieser Konsequenz schrecken die einen vom Geld, die anderen vom Gift berauscht zurück. Es bleibt also der kompromisslose Schutz all derer, die dem Tabakrauch unfreiwillig ausgesetzt sind. Niemand darf gezwungen werden, den Rauch anderer zu ertragen. Der Schutz von Arbeitnehmern ist ein ernster, längst notwendiger Schritt.

Eine weitere unbedingt wichtige Zielgruppe sind unsere Kinder. Wünschenswert wäre es, sie in einer rauchfreien Umgebung aufwachsen zu lassen. Von diesem Ziel sind wir noch sehr weit entfernt. Gegenwärtig leben in Deutschland noch mehr als die Hälfte aller Kinder in einem Raucherhaushalt. Kinder sind durch Passivrauchen besonders gefährdet. Diese Erkenntnis wird ständig durch neue Untersuchungsergebnisse bestätigt. So auch durch eine Studie der HNO-Klinik Würzburg. Dr. Gerald Baier und Mitarbeiter fanden im Passivrauchen eine wesentliche Ursache für allergische Erkrankungen im Kindesalter wie z.B. Asthma. Sie entdeckten auch durch Passivrauchen verursachte Schäden an den Erbanlagen. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, später an Krebs zu erkranken.

In welchem Ausmaß sich Schäden an den Erbanlagen auf folgende Generationen übertragen, lässt sich gegenwärtig noch nicht abschätzen. Angesichts solcher Erkenntnisse und Überlegungen wäre ein kompromissloser Schutz von Kindern vor Tabakrauch zwingend notwendig. Wie das in der Familie zu gewährleisten ist, bedarf noch intensiven Nachdenkens. Als erstes sollte das Gesäusel von der uneingeschränkten Toleranz gegenüber Rauchern ein Ende haben. Es gibt zwingende Gründe dafür, Rücksicht zu fordern und Toleranz zu verweigern.

Elie Wiesel prägte dazu den treffenden Spruch: „Toleranz nützt nur dem Täter, nicht dem Opfer.“

Die Leugner der Passivrauchschäden

Die Bewegung der Passivrauchschäden-Leugner, die im Wesentlichen aus den Anhängern des Netzwerk-Rauchen e-V. besteht, setzt sich aus unterschiedlichen Individuen und Gruppen zusammen, deren Argumente und Argumentationsweisen sich im Einzelfall sehr stark ähneln. Die von Passivrauchschäden-Leugnern vorgebrachten inhaltlichen Argumente sind wiederholt von anerkannten wissenschaftlichen Institutionen als falsch, überholt oder irreführend entkräftet worden.

Einige der von Passivrauchschäden-Leugnern verwendeten Argumentationsstrategien ähneln Argumentationsmustern, die auch in anderen Formen der Leugnung wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse vorkommen. Parallelen lassen sich insbesondere zur Holocaustleugnung oder der Leugnung der Existenz psychischer Krankheiten, wie sie von Teilen der antipsychiatrischen Bewegung vertreten wird, oder der Leugnung des Klimawandels ziehen.

Passivrauchschäden-Leugner verbinden ihre Theorie häufig mit Misstrauen gegenüber wissenschaftlichen und medizinischen Institutionen und Autoritäten. Sie nehmen für sich eine antiautoritäre Haltung in Anspruch. Wissenschaftlern wird vorgeworfen, den wissenschaftlichen Konsens zu vertreten, um Forschungsmittel und wissenschaftliche Anerkennung zu erlangen. Die Zuschreibung persönlicher Interessen und die Ablehnung der wissenschaftlichen Autorität erfolgt selektiv bei Wissenschaftlern, die den wissenschaftlichen Konsens vertreten. Einer verschwindend geringe Anzahl von höchst zweifelhaften Wissenschaftlern hingegen, wie etwa einem Professor Stadler, Romano Grieshaber oder Günther Ropohl, die zwar Zweifel am Konsens geäußert haben, obwohl sie selbst keinerlei Forschungen auf diesem Gebiet betrieben haben, werden solche Interessen nicht zugeschrieben und die Autorität nicht aberkannt.

Der Konsens der Wissenschaftsgemeinde über Passivrauchschäden wird als ein „wissenschaftliches Dogma“ kritisiert. Die wissenschaftliche Methode, auf der dieser Konsens beruht, wird als ein „religiöser Diskurs“ eingeordnet, gegen den die Passivrauchschäden-Leugner als „Skeptiker“ vorgingen und den sie als solchen entlarven würden.

Die Passivrauchschäden-Leugner würden von der wissenschaftlichen „Orthodoxie“ abgewiesen und verfolgt werden. Die bevorzugte Selbstbezeichnung lautet häufig „Passivrauchschäden-Zweifler“.

Den Vertretern dieser Tabakindustrie wird – im Gegensatz zur Wissenschaftsgemeinde – kein finanzielles Interesse unterstellt.

Wer heutzutage die grausamen Verbrechen der Nazis an der jüdischen Bevölkerung, die Ermordung von Millionen von Menschen, leugnet, der muss zu Recht damit rechnen, dass er von der Öffentlichkeit und von der Justiz dafür zur Rechenschaft gezogen wird.

Während unser Rechtssystem im Falle von Holocaustleugnern so funktioniert, wie man es aus juristischen und ethischen Erwägungen heraus erwarten darf, versagt es kläglich, wenn es ums Passivrauchen geht. Wer heute leugnet, dass Passivrauch krank macht und tötet, kann das ohne Furcht vor Strafe tun. Mehr noch: Menschen, die das tun, arbeiten an Universitäten, in der Politik oder in den Medien. Sie tanzen auf dem Gräbern der an den Folgen des Rauchens verstorbenen Menschen, die verhöhnen die, die an den Folgen leiden und schwer krank sind.

Richtig wäre es, Passivrauchleugner ebenso zu verfolgen und hart zu bestrafen, wie Holocaustleugner. Denn es darf gesellschaftlich nicht toleriert werden, dass Menschen, die mit dem Verkauf von giftigen Drogen ihren wirtschaftlichen Vorteil suchen oder solche, die selbst süchtig sind und ihr Handeln bagatellisieren wollen, die Gefahren für andere, unbeteiligte Menschen öffentlich verleugnen oder den Versuch unternehmen, die Öffentlichkeit über eine gefährliche Gesundheitsgefahr zu täuschen.

Rauchen-Bayern berichtet über „Hackerangriff“ auf das Netzwerk-Rauchen

Auf der Seite „Mehr Krebs in Bayern“ lässt der militante Raucher Niedermeyer verlauten, die Seiten des Stinkernetzwerkes seien das Opfer eines Hackerangriffes geworden.

http://www.rauchen-bayern.de/seitenews-386-.html

 Er fragt doch tatsächlich:

Will jemand das Wissen des Netzwerks Rauchen unterdrücken?

Jetzt stelle ich mir natürlich die Frage, was für ein „Wissen“ Herr Niedermeier meint. Wer auch nur ein Grundwissen im Bezug auf das Rauchen hat, weiß, dass Rauchen die vermeidbare Krankheits- und Todesursache Nr. 1 ist, dass es tödliche Erkrankungen verusacht und jährlich mehrere Millionen Menchen alleine in der EU das Leben kostet.

Das abstruse Gedankengebäude „Rauchen = Genuss / Passivrauch = harmlos“ kann man wohl kaum als „Wissen“ bezeichnen sondern nur als

kleingeistigen Dünnpfiff.

Weiterhin schwadroniert Herr Niedermeier:

Das Netzwerk beschreibt seine Tätigkeit wie folgt: „Freiheit ist eines der höchsten Güter der Menschheit. Wir kämpfen für eine Befreiung aus den Fesseln der Tabakkontrolle und allen Formen der Gesundheitsdiktatur“.

Leider kommen diese Schwerstnikotiniker nicht mal im Ansatz auf die Idee, gegen die wirklichen Fesseln zu kämpfen: Die Trias aus Nikotin, Sucht und Tod. Noch mehr Quatsch von Niedermeier:

Alle Anzeichen deuten auf eine gezielte feindliche Aktion, die unserer Kommunikationswege lahmlegen soll.

Abgesehen von dem ziemlich holprigen Deutsch des Herrn Niedermeier: Er nimmt sich und die verschrobene Kiffertruppe um Lövenich doch wohl etwas zu wichtig. Und wenn man nur mit einem „braunen Forum“ kommunizieren kann, sollte man sich schon etwas kundig machen, welche Kommunikationswege es sonst noch gibt.

Ich sehe deren Forum auch weniger als Kommunikationsmittel an sondern eher als Möglichkeit, uns normale Mitmenschen konsequent über deren eigene Abhängigkeit von Nikotin in Kenntnis zu setzen und zu erheitern.

Quelle: http://rauchen-ist-scheisse.de