Rauchen-Bayern: Die Irland-Lüge oder wie man den Nichtraucherschutz mit gezinkten Zahlen diffamiert

Rauchen-Bayern, ein der Tabakwirtschaft nahe stehender  Propagandablog der dafür bekannt ist, die abenteuerlichsten Lügengeschichten rund um den krebserregenden blauen Dunst zu verbreiten, übertrifft sich in seinem neuesten Artikel, „Rauchverbote ohne Wirkung“, wieder einmal selbst. Der Blogbetreiber, hinlänglich  auch als militanter Pro-Qualm-Münchhausen bekannt, lügt, dass sich die Balken biegen.

Zunächst einmal beginnt der reisserische Hetzartikel mit der Kardinallüge, Rauchverbote wären hauptsächlich zum Zwecke der Senkung der Raucherzahlen erlassen worden. Das ist natürlich Schwachsinn pur, denn Rauchverbote sind einzig und alleine zum Schutz des Nichtrauchers da, weil bekantlich die jahrzehntelangen  Appelle an die Raucher, auf ihre Mitmenschen Rücksicht zu nehmen, schlichtweg ignoriert wurden. Passivrauch  verursacht die verschiedensten Krankheiten und tötet. Dass die Raucherquoten durch Rauchverbote fallen ist ein Nebeneffekt, den man nicht wegdiskutieren, oder wie in diesem Fall, wegmanipulieren bzw. weglügen kann, wie dies Rauchen-Bayern tut.

Die Zahlenmanipulationen respektive Lügenzahlen, mit denen versucht wird, zu suggerieren, durch Rauchverbote würden Raucherquoten steigen, was natürlich purer Schwachsinn ist, sind nicht den Strom Wert, den der Rechner verbrauchte, während sie eingetippt wurden. So sollen, das behauptet Lungenkrebs-Bayern, angeblich die Raucherzahlen in Irland gestiegen sein.

Auf der grünen Insel ist der Anteil der Raucher von 24 Prozent der Bevölkerung im Jahre 2002 auf 27 Prozent im Jahre 2009 gestiegen. Bis zum Jahre 2002 war der Anteil der Raucher in Irland fallend. 2002 wurde in Irland das dortige Rauchverbot eingeführt. Damit ist der Anteil der Raucher in Irland während des Rauchverbots um 20 Prozent gestiegen.

Die offiziellen Zahlen der Irischen Tabakkontrolle verlautbaren etwas ganz anderes: Tatsächlich sind die Raucherquoten von 25% in 2003 auf 23,5% in 2008 gesunken. Für 2009 gibt es bisher keine offiziellen Zahlen, das was Rauchen Bayern an übler Propaganda verbreitet, ist also nachweislich erstunken und erlogen.

Es ist auch gelogen, dass „in Irland 2002  Rauchverbote engeführt wurden“ . In Irland wurde bereits 1994 ein Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen gesetzlich geregelt und zum 29.03.2004 führte Irland als erstes Land in Europa eine vollständig rauchfreie Gastronomie ein.

Auch wenn es um die Zahl jugendlicher Raucher geht, lügt Rauchen-Bayern, dass es nur so qualmt. Wieder schwadroniert der offenbar an schwerer Pseudologie leidende Qualmblogger grotesken Unfug:

Dies zeigt sich nicht nur bei der Gesamtzahl der rauchenden Menschen in Irland, sondern auch bei jugendlichen Rauchern. Bei den 15 bis 18-jährigen stieg der Anteil von 18,1 Prozent zu Beginn des Rauchverbots auf 21,5 Prozent im Jahre 2008.

Die offizielle Statistik der der Irischen Tabakkontrolle weist  Zahlen für 15-18Jährige gar nicht aus, sondern nur eine Gruppe für Raucher im Alter von 15-24 Jahren. Und in genau dieser Gruppe sind die Raucherquoten von 26% in 2003 auf 21,5% in 2008 gefallen.

Und nun zur dritten Lüge, denn auch die spanischen Zahlen, mit denen der nikotinvernebelte Qualmblogger um sich wirft, sind frei erfunden.

Nach aktuellen Veröffentlichungen des spanischen Statistikinstitutes (INE) rauchen 31,5 Prozent der Einwohner Spaniens über 16 Jahren. Damit hat sich der Anteil der Raucher seit Einführung des Rauchverbotes um 6,7 Prozent erhöht

Aus das ist natürlich wieder vollkommener Schwachsinn, denn Spanien hatte 2006 eine offizielle Raucherquote von 31,6 % bei Männern und 21,5 % bei Frauen, die seither bei Männern kontinuierlich sinkt und bei Frauen gleichgeblieben ist Die Zahlen, die Rauchen-Bayern offensichtlich aus den nikotingelben Fingerchen gesogen hat,  sind nicht mehr als  hanebüchener Schwachsinn.

Die Erfolge der europäischen Tabakkontrollpolitik sind unübersehbar, wenn man wirklich über den Tellerrand schaut, und nicht, wie es Rauchen-Bayern in bester Manier der Netzwerk-Rauchen-Junkscience tut, mit nachweislich falschen Zahlen üble Meinungsmache betreibt, die nahe am Tatbestand der Volksverhetzung liegt.

Als Folge der Maßnahmen zur Bekämp­fung des Tabakmissbrauchs auf EU-Ebene wie auch in den einzelnen Mit­gliedstaaten ging die Zahl der Raucher in den letzten 20 Jahren in 22 der 25 EU-Länder kontinuierlich zurück. Besonders stark rückläufig war in vie­len Ländern die Zahl der Männer, die rauchen. Während beispielsweise 1996 in Polen noch 54 % der männlichen Bevölkerung rauchte, betrug dieser Anteil im Jahr 2003 nur noch 39 %. In Dänemark waren dies 1985 noch 51 %, 2003 aber nur mehr 30 %. Im gleichen Zeitraum (1985 – 2003) sank in Frank­reich die Raucherquote in der männli­chen Bevölkerung von 50 auf 36 %, im Vereinigten Königreich fiel sie von 35 auf 26 % und in Schweden von 30 auf 16 %. Auch bei den Raucherinnen war über diesen Zeitraum in den meisten Mitgliedstaaten die Quote rückläufig.

In den USA, einem Land, in dem  Nichtraucherschutzgesetze bereits mehr als zwei Jahrzehnte in Kraft sind,  sank die Raucherquote seit 1970 kontinuierlich von 50 auf deutlich unter 20 Prozent ab. In Kalifornien, mit besonders striktem Nichtraucherschutz,  rauchen nur noch 8 Prozent der Jugendlichen unter 24. Vergleicht man diese Zahlen mit der Situation  in der Schweiz, wo erst seit kurzem der  Nichtraucherschutz per Gesetz eingeführt wurde,  wird deutlich, warum sich die Tabakindustrie und deren Helfersehelfer so ins Zeug legen, den Nichtraucherschutz zu diskreditieren und zu diffamieren. Dort sind es annähernd 40 Prozent, die im Alter von bis zu 24 Jahren zur Kippe greifen.

Denn es ist keineswegs so, dass ,  wie  von  Rauchen-Bayern als Argument angeführt, „Verbote locken“ . Verbote locken nur Verbrecher, denn sonst müssten ja gerade die Diebstahls-Verbote zu vermehrten Diebstäheln führen, das Verbot, seine Mitmenschen zu töten müsste  der Grund für Morde sein.

Das Argument „Verbote locken“ offenbart etwas sehr Erschreckendes. Wer mit dem Hintergedanken „Verbote locken“ argumentiert, ist in meinen Augen  ein verkappter Schwerverbrecher, der sich anarchistische Zustände in diesem Land herbeisehnt, um seine krankhaften Gelüste  Mitmenschen zu schaden, ausleben zu können. Menschen, die Gedanken wie „Verbote locken“ hegen  sind zutiefst asozial und zugleich gefährliche  Zeitbomben, gegen die der Staat gar nicht genug Gesetze erlassen kann.

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2 Antworten

  1. Du hast das Prinzip des Werner Niedermeier und seines Tabakisten-Blogs voll verstanden:

    Untaugliche und aberwitzige Konstrukte („Rauchverbote erhöhen die Raucherquote“) kombiniert mit der gezielten Fälschung von Zahlen ergeben dann schnell mal eine „Nachricht“ bei dieser Tabakisten-„Nachrichtenagentur“.

    Das Ganze dann noch kombiniert mit der einen oder anderen „netten“ Schmähung der Anhänger sauberer Atemluft (gerne auch mal als „Faschisten“ bezeichnet) ergibt dann einen neuen Eintrag in seiner üblen Webseite.

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