Netzwerk-Rauchen: Die perverse Hetze gegen die Tabakprävention wird immer widerlicher

Lövenich, der Frauenrechtler

In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen veröffentlich das sog. „Netzwerk Rauchen“, ein aggressiver Zusammenschluss von einigen wenigen schwerstabhängigen Suchtrauchern, im Internet Pamphlete, die dokumentieren sollen, wie weit die Unterdrückung der sich selbst als solche bezeichnenden „Tabakgenießer“ in unserer bösen Welt doch schon fortgeschritten sei.

Die Tatsache, dass die Autoren dieser kaum als objektiv oder gar wissenschaftlich zu bezeichnenden Elaborate aufgrund ihrer extremen Nikotinsucht bei dem hilflosen Unterfangen der Suchtverteidigung sehr häufig nicht nur unfreiwillig komisch wirken, sondern bisweilen sogar richtig bizarr anmuten, macht diese Pamphlete umso lesenswerter. Diese regelmäßig auf der Netzbühne erscheinenden Schriftstücke des unfreiwilligen Humors kommen in aller Regel als „Pressemitteilung“ daher. Allerdings stellt sich jedem die Frage, welche ernstzunehmenden Presseorgane davon überhaupt Kenntnis nehmen sollten.

Aber das soll uns an dieser Stelle nicht bekümmern, denn auch die jüngste Veröffentlichung zum Weltnichtrauchertag 2010 am 31. Mai d. J. stellt ein weiteres heiter-groteskes Schrifttum dar, mit dem man deutlich belegen kann, dass intensiver Nikotinkonsum tatsächlich die Gehirnfunktion von Menschen drastisch zu vermindern in der Lage ist.

http://www.netzwerk-rauchen.de/pressemitteilungen/42-pressemitteilungen/557-stoppt-den-sexismus-der-anti-raucher.html

Das Schriftwerk unseres bekannten Obernikotinikers Christoph Lövenich besteht zwar nur aus 238 Wörtern (und ca. 1/4 davon alleine die Ankündung für einen Film im Internet), aber diese wenigen Worte haben es in sich. Mit seiner bekannten geschliffenen Rhetorik und seiner evidenten intellektuellen Brillianz legt uns dieser Topautor aus dem Lager der freiheitsliebenden Genussliebhaber (er selbst nennt sich sogar einen „Libertären“) dar, warum das diesjährige Kampagnenmotto der WHO ein Frontalangriff auf die Emanzipation der Frau sein soll. Denn die WHO, das soll zum besseren Verständnis nicht unerwähnt bleiben, hat sich im Jahre 2010 besonders der Tatsache gewidmet, dass Frauen seit langem im Fokus der Werbeinteressen der Tabakindustrie stehen und diese spezielle Kampagnen und Produkte für die weiblichen Konsumenten entworfen hatte.
Lövenich eröffnet seinen Frontalangriff auf die perfide Unterdrückung der Frau mit einer jedem Menschen sofort einsichtigen These: Die WHO verhalte sich frauenfeindlich, da sie besonders den Frauen den Tabakkonsum zu verleiden suche. Ja, jemand, der sich traut, so einen abgrundtiefen Schwachsinn öffentlich zu verbreiten, der muss schon sehr mutig sein. Oder sehr verzweifelt. Wahrscheinlich aber beides.

Lassen wir den Autor selbst zu Wort kommen:

„Anti-Raucher wollen auch heute noch Frauen weniger zugestehen als Männern. Sie haben rauchende Frauen immer schon mehr unterdrücken wollen als männliche Raucher“

Ja, so einen nicht einmal präpubertären Stuss schreibt tatsächlich jemand, der von sich selbst behauptet, „Sozialwissenschaftler“ zu sein. Besonders frauenfeindlich wird man in der Sicht dieses Autors also, wenn man Frauen im Bereich des Nikotindrogenabusus „weniger zugesteht“ als Männern. Wir lassen uns diesen Satz gerade einmal auf der nicht durch Nikotin verseuchten (Nichtraucher)Zunge zergehen: Frauen werden diskriminiert, weil man versucht, sie besonders vor Krankheit, Leid und Tod zu bewahren. Absurder, dümmer und nikotinhöriger geht es kaum.

„Warum“, so fragt man sich unwillkürlich und reflexartig, „werden Frauen eigentlich unterdrückt, dadurch dass man versucht, sie vor unnötiger Krankheit, Leid und Frühtod zu schützen?“. Eine Antwort auf diese Frage muss man nicht geben. Es sei aber nur einmal am Rande erwähnt: Tabakkonsum ist vollumfänglich idiotisch, unnütz und schädlich, und dies für beide Geschlechter. Dies weiß jeder, der den Verstand eines Dreijährigen auch nur um wenige IQ-Punkte zu übertrumpfen vermag. Wenn aber die Tabakindustrie spezielle Produkte für weibliche Konsumenten anbietet (wie früher z. B. Zigaretten der Marke „Eve“ oder besonders lange und dünne, also „chic“ aussehende, Zigaretten usw.), stellt dies nicht bereits selbst einen Akt der Frauendiskriminierung dar, da Frauen ja dann nicht die Männerzigaretten rauchen dürfen?

Aber lassen wir diese absurden Gedanken und wenden uns den Tatsachen zu: Frauen und Männer sterben durch Tabakkonsum in aller Regel einen frühen und elenden Tod. Frauen wurden darüber hinaus seitens der Industrie seit den 70ern des letzten Jahrhunderts zusätzlich regelrecht besonders „angefixt““, da die Tabakkonzerne den Markt der männlichen Raucher bereits weitgehend gesättigt hatten und dort keine Zuwachsraten mehr zu erwarten waren. Es spricht also aus ethischen Gründen nichts dagegen, diese perfide Strategie der verbrecherischen Tabakdrogendealer aufzudecken und dagegen anzugehen. Und sei es nur, um ein Bewusstsein über diese üblen Machenschaften zu wecken, um es insbesondere Frauen zu ermöglichen, sich selbstbestimmt dagegen zu stellen. Im Idealfalle also mit dem Rauchen gar nicht erst anzufangen oder zumindest damit wieder aufzuhören.

Auf den Rest dieses vollkommen hirnrissigen Schwachsinnstextes von Herrn Lövenich soll nicht weiter eingegangen werden. Die darin geäußerten Gedanken sind die üblichen vollkommen abwegigen Vergleiche mit der Nazizeit (die dürfen schließlich in keinem der textlichen Blödelwerke des „Netzwerk Rauchen“ fehlen), Angriffe auf das Deutsche Krebsforschungszentrum und anderer an Dummheit kaum mehr zu steigernder Unsinn mehr.

Vielleicht war der Antrieb diesen Blödsinn zu verfassen und dann auch noch die Frechheit zu haben, diesen Sermon zu publizieren aber auch einfach nur die Tatsache, dass die wenigen verbliebenen Nikotinfanatiker irgend etwas zum Weltnichtrauchertag veröffentlichen mussten und gerade kein anderes Thema greifbar war. Und da keine vernunftbasierten Positionen existieren, die das Rauchen rechtfertigen könnten, musste man eben „auf Teufel komm’ raus“ etwas in die Tasten hämmern. Und das kam dann dabei heraus. Nun ja, jeder blamiert sich eben so gut er kann.

Quelle:Deepdiver, http://rauchen-ist-scheisse.de

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Nein beim Volksentscheid: WHO-Diffamierung mit dreister Lügenpropaganda

Die Kampagne „Nein beim Volksentscheid“, dessen Initiator als Pro-Qualm-Protagonist nicht weniger als 3 weitere Internetauftritte zur Diffamierung des Nichtraucherschutzes betreibt und zudem als 2. Vorsitzender des Raucherclubvereins BVGG seine Nähe zur Tabakindustrie unter Beweis stellt, verbreitet in dem Artikel „WHO – fehlgeleitete Fürsorge oder knallharter Lobbyismus?“ ein Sammelsurium gezielter Desinformationen, Halbwahrheiten, Propagandalügen und Manipulationen, das im Wesentlichen aus dem unbedaften Nachplappern des bizarren Gedankenguts entstanden ist, das im Forum des „Netzwerks-Rauchen“, dem wohl überflüssigsten Verein Deutschlands, gehegt und gepflegt wird. Den Herrschaften dieses Rauchernetzwerks ist keine Lüge zu schäbig, keine Propaganda zu dreist, um Rauchen und Passivrauchen, ganz im Sinne der Tabakindustrie, mit denen diese Herrschaften nachweislich zusammenarbeiten, zu verharmlosen.

Ein Paradebeispiel der versuchten Meinungsmanipulation ist der Artikel „WHO – fehlgeleitete Fürsorge oder knallharter Lobbyismus?“, der sich im Untertitel zudem als ‚Versuch einer Bestandsaufnahme‘  bezeichnet, aber in Wirklichkeit nichts mehr als grenzenloser Schwachsinn  merkbefreiter Nikotinfanatiker ist.

Das Elaborat beginnt mit Erzeugung einer WHO-feindlichen Grundstimmung, in dem suggeriert wird, die WHO wäre in Kenia ausschließlich damit beschäftigt, Tabakprävention zu betreiben. Glauben die Verfasser wirklich, das denkende Menschen auf so einen populistischen Schwachsinn hereinfallen?

Rasend schnell haben sich Rauchverbote in den letzten Jahren über den ganzen Globus und sogar in viele Länder der Dritten Welt verbreitet. Man staunt etwa über die Wichtigkeit, die einer strengen Rauchverbotsgesetzgebung zum Beispiel in Ländern wie Kenia beigemessen wurde.

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Kenia liegt unter 60 Jahren. Das liegt nicht etwa daran, daß die Kenianer so exzessive Raucher sind. Im Gegenteil: Der Raucheranteil in der Bevölkerung ist im internationalen Vergleich – wie in fast allen afrikanischen Ländern – niedrig und liegt bei 11 Prozent. Das sind nur wenige Prozentpunkte mehr, als der Bevölkerungsanteil der HIV-Infizierten ausmacht (6,7 Prozent). Elftausend Mütter sterben in Kenia jedes Jahr bei der Geburt ihrer Kinder. Auch die Kindersterblichkeit ist in Kenia sehr hoch – jedes achte Kind stirbt vor seinem fünften Geburtstag. Das liegt auch nicht am Passivrauch, sondern an Malaria und anderen Infektionskrankheiten, Bilharziose und anderen Parasitenerkrankungen, Aids – und an Mangel an sauberem Wasser sowie Mangelernährung.

Haben die Kenianer also keine dringenderen Probleme, als sich ausgerechnet in den Kampf gegen das Rauchen zu stürzen? Die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Koordinationsbehörde der Vereinten Nationen für das internationale öffentliche Gesundheitswesen, scheint das so zu sehen. …

Es genügen zwei Fakten, mit denen sich die Absurdität dieser klassischen Felleistung möchtegernjournalistischer Unkultur aufzeigen lässt:

1. In Kenia hat sich allein zwischen 2003 und 2008 die Zahl der Raucher(innen) verdoppelt.
http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/tabakaktien-lukratives-laster_aid_474359.html
Ergo: Die Tabakprävention macht gerade in Ländern wie Kenia Sinn, da die Tabakindustrie über diese Länder wie ein Raubtier herfällt.

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=24939
Kenia: Tabakkonzerne kämpfen gegen Rauchverbot . Anders als in den Industrienationen, wo die Zahl der Raucher seit Jahren sinkt, bemühen sich Tabakwarenhersteller erfolgreich darum, in der Dritten Welt neue Märkte für ihre gesundheitsschädlichen Produkte aufzubauen.

2. Wer, wie oben zitiert, suggeriert, dass WHO in Kenia abseits der Tabakprävention  untätig sei, kennt die Fakten nicht. Die Tabakprävention ist nur ein klitzekleiner, aber wichtiger Baustein der Maßnahmen der WHO für Kenia. Denn die WHO tut sehr wohl in Kenia vieles, was die Verbreiter von Diffamierungen gegen die WHO geflissentlich übersehen, ein typisches Merkmal von Verschwörungstheorethikern, die eben nur das erwähnen, was Ihnen gerade ins Konzept passt, und sei’s noch so abstrus.
Was die WHO in Kenia bis 2013 geplant hat, kann man z.B. hier nachlesen:
http://www.who.int/countryfocus/cooperation_strategy/ccs_ken_en.pdf

Nun könnte man sich seitenweise darüber auslassen, was seriöser Journalismus ist, wie er sich zum sog. „Volksreporter“ stellt und welcher Unsinn in der Blogosphäre teilweise von den vielen John und Jane Does verzapft wird, ohne eigene Recherchen, Quellen angebend, die artifiziell verschleiert sind. Oder darüber räsonieren, wie ein Börsenkundiger objektiv über Chancen und Risiken berichten kann, wenn er börsennotierte Pharmaunternehmen in die Nähe von Bioterroristen und Schweinen rückt.
http://community.zeit.de/user/ed2murrow/beitrag/2009/07/21/die-schweinegrippe-eine-weltweite-verschw%C3%B6rung-oder-wer-ist-jane-d

Trotzdem verbreiten gerade Nikotinikerseiten immer wieder den gleichen Mist, so auch geschehen in besagtem Artikel der Anti-Nichtraucherschutz-Aktivisten:

Die WHO – Kampf gegen selbst aufgebaute Popanze statt Krankheitsbekämpfung

Daß die WHO, eine Organisation von hohem Ansehen, sich schon seit Jahren viel lieber zum Retter vor selbst aufgebauten Popanzen aufschwingt, als sich um ihr eigentliches Ziel, „allen Völkern zur Erreichung des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu verhelfen“, zu kümmern, ist in der Öffentlichkeit erst bekannter geworden, seit ihre unrühmliche Rolle im Fall der Schweinegrippe ans Licht kam. Die WHO hat kurzerhand die Definition des Begriff „Pandemie“ geändert, um die Welt vor einer Schweinegrippe-Pandemie warnen zu können. Galt zuvor als Pandemie eine Viruserkrankung mit einem hohen Todesfallrisiko, die sich rasend schnell ausbreitete, kommt es nach der neuen Definition auf die Tödlichkeit gar nicht mehr an.

Hier finden wir schon wieder – zudem abgeschriebenen- Schwachsinn in Reinstform, denn die Pandemiedefinition der WHO wurde gar nicht geändert.

http://www.impfblog.de/2009/12/schaffen-wir-klarheit-pandemie-definition-der-who/

Danke – ich finde es erstaunlich, wie bedenkenlos hier ein (Hobby-)Journalist vom anderen abgeschrieben hat, ohne jemals zu recherchieren ob die Story überhaupt stimmt.

Dabei sollte es jedem einigermaßen lebenserfahrenen Menschen klar sein, dass eine große, bürokratische, internationale Organisation wie die WHO ihre zentralen Begriffsdefinitionen nicht eben mal per Zuruf an den Webmaster ändert. Aber wenn sich etwas als Skandalstory über die böse Pharma-Mafia verkaufen lässt, wird jeder Schwachsin kritiklos geglaubt (siehe Regividerm…).

Weltweit gaben Regierungen im Vertrauen auf das vermeintlich objektive Urteil der WHO um die 18 Milliarden Euro zur Bekämpfung der Schweinegrippe-„Pandemie“ aus. Am Ende stellte sich aber heraus, daß die Zahl der Todesfälle sogar noch unter der lag, die bei der alljährlich auftretenden normalen Grippewelle zu erwarten ist. Auch in Deutschland war das so, obwohl die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung sich den Impfkampagnen ganz verweigerte! Die hastig für teures Geld angeschafften Impfdosen blieben Ladenhüter.

Das Problem ist hinterher natürlich, dass es nicht so schlimm war, wie uns die Medien vorab erzählt haben. Doch was will man machen? 1918 starben an der spanischen Grippe mehr Menschen, als Soldaten im ersten Weltkrieg gefallen sind! Der Virus hat also mehr Menschenleben gefordert als Krupp’sche Waffen und seine Entsprechungen auf allierter Seite.

Stellen wir uns mal vor das wäre dieses mal wieder so schlimm geworden und die WHO hätte nicht gewarnt. Wie groß wäre der Aufschrei dann geworden? Und sollten wir nicht froh sein, dass es glimpflich ablief?  Typisch menschlich meckern wir über die Warnung. Das erinnert mich an die Gurtmuffel: So lange ich niemals einen Unfall baue, solange benötige ich ihn eigentlich nicht, also warum anschnallen? Na, klingelt’s?

Verschwörungstheorien sind aber auch so verführerisch und vor allem eins: Nie beweisbar!

Auf den restlichen Müll diese Artikels, der von einer anonymen Schreiberin mit dem Pseudonym xila verfasst wurde, möchte ich gar nicht näher eingehen. Denn die Qualität der Aussagen, die dort getroffen werden, beweist nur eines:

Rauchen schädigt die kleinen grauen Zellen. Nachhaltig.
http://www.innovations-report.de/html/berichte/medizin_gesundheit/bericht-74721.html

Die Schweinegrippe, eine weltweite Verschwörung oder wer ist Jane Doe?

Ein bemerkenswerter Artikel in der Zeit-Online bringt es auf den Punkt, wieviel Schwachsinn unbedarfte, sensationshungrige Blogger über die Schweinegrippe verbreiteten. Womöglich mit tödlichen Folgen.

Von ed2murrow 21.07.2009, 16.56 Uhr
Die World Health Organisation (WHO) bringt es am 16.07.2009 auf den Punkt[1]: „Zum jetzigen Zeitpunkt muss angenommen werden, dass die weitere Ausbreitung der Pandemie innerhalb betroffener und neuer Länder unvermeidbar ist.“ Der H1N1-Virus habe sich in sechs Wochen so breit gemacht, wie Influenza-Erreger in der Vergangenheit in sechs Monaten. Es habe daher keinen Sinn, dass Länder, die schon eine Vielzahl von Infektionen aufweisen, jeden neuen Fall melden. Individuelle Zählungen seien daher nicht mehr „wesentlich“, man solle sich auf die Registrierung „ungewöhnlicher Umstände“ beschränken. Während Großbritannien symptomatische Fluggäste am Einsteigen hindert[2] und Italien nicht ausschließt, wegen der zu erwartenden Infektionswelle im September den Schulanfang zu verschieben[3], übt sich Deutschland in Zurückhaltung. Einschränkungen am Flughafen München etwa kennt man nicht, faz.net reduziert es mangels Orientierung hauptsächlich auf eine Geldfrage[4]. Auch tausende deutscher Urlauber, die sich ohne weiteres auf Reise nach Mallorca, Italien oder Großbritannien begeben, scheint Ansteckungsgefahr nicht zu schrecken. Alles in allem kein Grund zur Panik. Es sei denn, man verbringt zuviel Zeit in der virtuellen Welt des www und auf den falschen Links.

Michael Mross erscheint dem unvoreingenommenen Betrachter als seriöser Journalist und Zeitgenosse. Man hört auf seinen wirtschaftlichen Rat in Sachen Wertpapieren, denn er erreicht, seinen eigenen Angaben zufolge, mithilfe von CBNC und N24 340 Millionen Zuschauer[5], nicht zuletzt wohl über die Zusammenarbeit mit focus-online, wo er in der Rubrik „Börse am Mittag“ noch im Juni auftrat[6]. Wer dem Finanzexperten in lebenswichtigen Dingen wie der Absicherung des eigenen Sparstrumpfes glaubt, wird dem Chefredakteur Mross[7] bei mmnews Glauben schenken, wenn er titelt: „Schweinegrippe – WHO: Anklage wegen Bioterror, versuchter Massenmord“[8] und „Schweinegrippe-WHO: Anschlag auf Schweiz?“[9]. Referenz der Beiträge, die erkennbar redaktionell bearbeitet sind, aber nicht unterschrieben, journalistischen Usancen gemäß daher aus der Redaktion selbst stammen, ist ein Artikel einer Seite namens „naturalnews“[10], die titelt: „Journalistin erstattet Anzeige gegen die WHO und die UNO wegen Bioterrorismus und der Absicht, Massenmord zu begehen“[11]. Die Autorin wiederum bezieht ihre Erkenntnisse von dem Blog eines users namens „birdflu666“, hinter dem die „österreichische Enthüllungsjournalistin Jane Burgermeister“ stecken soll. Spätestens wenn man dort liest, wer alles „in einer weltweiten Verschwörung zur Dezimierung der Bevölkerung“ dank der Schweinegrippe involviert sein soll (u.a. die „Illuminati/Bilderberger[12]) erkennt das Ganze, als was es ist: Die Entäußerungen eines fiebrigen Geistes.

Nun könnte man sich seitenweise darüber auslassen, was seriöser Journalismus ist, wie er sich zum sog. „Volksreporter“ stellt und welcher Unsinn in der Blogosphäre teilweise von den vielen John und Jane Does verzapft wird, ohne eigene Recherchen, Quellen angebend, die artifiziell verschleiert sind. Oder darüber räsonieren, wie ein Börsenkundiger objektiv über Chancen und Risiken berichten kann, wenn er börsennotierte Pharmaunternehmen in die Nähe von Bioterroristen und Schweinen[13] rückt.

Was wirklich erschreckt, ist die Nonchalance, mit der Enten dazu führen, einen Nerv nicht zu treffen, sondern zu entzünden und der nennt sich derzeit hierzulande schlicht „Impfung“. Seit dem öffentlichen Streit um die Vorbeugung gegen den Gebärmutterhalskrebs (sog. HPV-Impfungen), die esoterisch anmutende Diskussion um Impfungen gegen Kinderkrankheiten und die damit korrelierte Kampagne gegen einzelne Mitglieder der ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut[14] erscheint alles, was via „Impfung“ gegen potentiell lebensbedrohende Krankheitszustände infundiert wird, nicht nur fraglich, sondern für viele des Teufels. Selbst Spiegel-online kann sich im Zusammenhang mit H1N1 der Verquerung nicht gänzlich entziehen, wenn er ausführt: „In Deutschland hatten sich Vertreter von Bund und Ländern am Dienstag darauf geeinigt, gemäß den WHO-Empfehlungen etwa ein Drittel der Bürger gegen die Schweinegrippe zu impfen“[15]. Das klingt, und so hat es Mross unverzüglich ausgelegt[16], nach Zwangsimpfungen in kolossalem Umfang, nach üblem Eingriff des Staates in die körperliche Unversehrtheit von Millionen Bürgern. Dabei werden die Rahmenbedingungen für Impfungen und der aktuelle Status der Mexiko-Grippe, bewusst oder aus schludriger Schreibe heraus, völlig verkannt. Denn die Bevorratung mit Impfstoffen sowie (und das lassen die Artikel außen vor) mit Medikamenten ist eine Maßnahme, die weit unterhalb der Schwelle für Zwangsmaßnahmen nach den Länder-Pandemie-Plänen[17] oder gar nach dem Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (IfSG)[18] liegt. Weder gibt es wegen H1N1 eine Impfempfehlung seitens der STIKO[19] noch gibt es eine Rechtsverordnung gemäß § 20 VI IfSG, die solche „Zwangsimpfungen“ erlauben würden. Angesichts des milden Verlaufes der Krankheit weltweit sind solche Zwänge in Deutschland aus heutiger Sicht auch nicht zu gewärtigen, es sei denn, eine Mutierung des Virus’ oder ein anderer unerwarteter Verlauf würde eine neue Beurteilung erforderlich machen. Hier reiten einige echte Panikmacher eine flotte Parade der Selbstgefälligkeit in Decouvrierung und bieten beinahe nach Welleseschem Krieg der Welten eine Pointierung der ganz eigenen Art.

Natürlich erscheint es langweilig, sich mit rechtlichen Dingen zu befassen, selbst wenn sie die Grundlage dessen bilden, was titelträchtig als Sau durchs Dorf getrieben wird. Aber es ist gerade diese Ignoranz (im milderen Sinne des schlichten Nichtwissens), die den idealen Nährboden für Mutmaßungen, Gerüchte und schließlich Verschwörungstheorien bietet. Dass sich daran auch weitreichende Medien beteiligen, ist dann schon nicht mehr nur eine Frage des schlechten Geschmacks. Wer aufgrund solcher Anwürfe bewirkt, dass sich ein Mensch nicht der erforderlichen medizinischen Behandlung unterzieht, so dass dieser weiter zu Schaden kommt, lädt nicht nur Verantwortung im Sinne eines Berufsethos’ auf sich, er ist mittelbarer Täter.

[1] http://www.who.int/csr/di… erfasst am 19.07.2009
[2]http://www.guardian.co.uk/world/2009/jul/19/swine-flu-british-airways-virgin erfasst am 19.07.2009
[3]http://www.repubblica.it/2009/07/sezioni/cronaca/nuova-influenza/virologo-milano/virologo-milano.html?ref=search, erfasst am 19.07.2009
[4]http://www.landkreis-erding.de/aktuelles.asp?naviid={4CFF752E-D064-4747-A286-4470DF1F0C98}&orgid={1423D24F-E367-4EDB-9673-F7BDED069F7E} erfasst am 19.07.2009; vgl. im übrigen http://www.rki.de/cln_162…
http://www.faz.net/s/Rub7…
[5]http://www.mross.de/; http://www.mross.de/1f023… erfasst am 19.07.2009
[6]http://www.focus.de/service/suche/?q=michael+mross erfasst am 19.07.2009
[7]http://www.mmnews.de/index.php/Info.html erfasst am 19.07.2009
[8]am 29.06.2009 http://www.mmnews.de/inde… erfasst am 19.07.2009
[9]am 03.07.2009 http://www.mmnews.de/inde… erfasst am 19.07.2009
[10]http://www.naturalnews.com/About.html diesen Angaben zufolge unselbständiger Teil des „Natural News Network“ mit Präsenz auf http://www.naturalnews.net/; Beide Präsenzen weisen sich nicht aus, sondern erscheinen registriert über Domain-Anonymisierungsdienste; Der Rechteinhaber, die „Truth Publishing International Ltd.“ wiederum mit Präsenz auf http://www.truthpublishin… erscheint mit Sitz auf Taiwan
[11]am 25.06.2009 http://www.naturalnews.co… erfasst am 19.07.2009
[12]Die Diskussion zu „Illuminati“ im betreffenden Artikel in der deutschen Version von Wikipedia setzt just zu der Zeit ein, als die deutsche Übersetzung des Romans „Angels and Demons“ auf den Markt kam. Vor Dan Brown war das Thema offensichtlich nicht bekannt oder interessant genug. Starttermin des Films in Österreich war der 15.05.09. Am 10.06.2009 will birdflu666 in einer Strafanzeige bei der Wiener Staatsanwaltschaft „Beweise“ erbracht haben über „den Leitfaden der Illuminati/Bilderberger und ihre Verwicklung in die Entwicklung und Freisetzung des künstlichen Schweinegrippe-Virus’. Die sucht man jedoch vergeblich.
[13]http://www.mmnews.de/index.php/200907173326/MM-News/Schweinegrippe-Schweine-erfinden-Grippe.html erfasst am 19.07.2009
[14]http://www.rki.de/cln_100/nn_1007552/DE/Content/Infekt/Impfen/STIKO/stiko__node.html?__nnn=true erfasst am 19.07.2009; die Mitglieder der Kommission unterliegen der veröffentlichten Selbstauskunft
[15]http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,636307,00.html vom 15.07.2009, erfasst am 19.07.2009
[16]http://www.mmnews.de/index.php/200907143312/MM-News/Schweinegrippe-Zwangsimpfung-kommt.html vom 14.07.2009, update am 15.07.2009, erfasst am 19.07.2009
[17]vgl. http://www.rki.de/cln_162… erfasst am 19.07.2009; Die Pandemiepläne sind Ländersache, für Bayern, das bekanntermaßen in Dingen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung besonders streng agiert, hier zu finden unter http://www.lgl.bayern.de/… . Hierin wird der Pandmiefall in den sog. Katastrophenschutzfall integriert und klar gestellt (S.34): „Der Ausbruch einer Influenzapandemie an sich bzw. das Auftreten erster Krankheitsfälle im Zuge einer Pandemie ist keine Katastrophe nach dieser gesetzlichen Definition.“
[18]siehe http://www.gesetze-im-int… dort insb. § 20 V, VI zur sog. Zwangsimpfung
[19]vgl. http://www.rki.de/cln_100… erfasst am 19.07.2009; die Empfehlungen der WHO, http://www.who.int/csr/di…, erfasst am 19.07.2009, sind unverbindlich, sie sind keine Richtlinie, sie sind Richtschnur. Sie wenden sich vor allem, wie sich insb. aus Absatz 7 „diplomatisch“ ergibt, an die Länder, die nicht über effiziente Präventionsmechanismen verfügen

Quelle: Zeit-Online

Der Schwachsinn vom Rauchen als „antifaschistischer Akt“

So mancher Raucher kennt offenbar nichts anderes als billige Polemik, wenn es darum geht seine Sucht zu verteidigen und dabei zu behaupten, andere kämen nicht zu Schaden. Die bezahlten Helfer der Tabak-Nikotindrogenindustrie versuchen auf allen Ebenen und mit allen Mitteln – teilweise mit dümmlichsten Argumenten – dazu beizutragen, dass diese Drogenindustrie nicht untergeht

Sie werden es nicht schaffen, eine aufgeklärte Bevölkerung – wie in der Vergangenheit gesche.hen – weiter zu verdummen. Auch die dreiste Verharmlosung des Zwangsmitrauchens („Passivrauchens“) mit unhaltbaren Argumenten von Herrn Bretschneider hilft dabei nicht.

Wir gehen erfreulicherweise unaufhaltsam – auch gegen den Widerstand der Helfer in der Politik – einer rauchfreien Gesellschaft entgegen.

Aber schreiten wir zur Analyse dieses dummdreisten Propagandalehrstücks, das denkenden Menschen veranschaulichen sollte, was Nikotinkonsum aus manchen Menschen macht: Roboter, die jeden Mist, der ihnen irgendwie zur Rechtfertigung ihrer Sucht in den Kram passt, unbedarft nachplappern.

Der Autor beginnt sein Glanzstück mit einer Anekdote der besonderen Art:

Der Soziologe Peter L. Berger hat mir bei einem seiner Wienaufenthalte eine interessante Geschichte erzählt. Vor Jahren sei – ausgerechnet auf einer Konferenz in Kuba – das Thema „Raucherbekämpfung“ diskutiert worden. Das bislang gebrauchte Argument, Raucher kosteten den Staat wegen ihrer Gesundheitsschäden mehr Geld (als Nichtraucher) war schleißig geworden; schließlich sterben Raucher, statistisch gesehen, früher und „kosten“ infolge kürzeren Pensionsgenusses unter Umständen sogar weniger. Da verfiel man auf eine andere Schädlingsargumentation: Sie schadeten mit ihrem Rauch „unschuldigen Opfern“. Damit wäre ihr unmoralisches Verhalten erwiesen. Das Thema „Schäden durch Passivrauchen“ trat seinen medialen Schwadenumzug um Teile der Welt an.

Herr Bretschneider, was tut ein Wissenschaftler, wenn er sich in einer Sache kundig machen will? Richtig. Er recherchiert. Die Anekdote ihres Freundes Berger mag sich ja ganz nett anhören, aber leider ist es von vorne bis hinten nichts Anderes als eine zusammenhanglose Aneinanderreihung von haltlosen Mutmaßungen und Hypothesen, die bei genauerem Hinsehen jeglicher Grundlage entbehren.

Der Begriff des „Passivrauchens“ musste nicht erst erfunden werden. Er war schon von den Nationalsozialisten benutzt worden.

Herr Bretschneider, Ihnen ist schon bekannt, dass die Nationalsozialisten auch die Marke „Volkswagen“ erfunden haben.

Unter dem militanten Nichtraucher Hitler gab es ja bekanntlich eine massive Antiraucherkampagne (Plakate erklärten, dass „Juden, Afrikaner, Inder, lockere Frauen und dekadente Intellektuelle“ diese schlechte Gewohnheit hätten). Hitler selbst rauchte als junger Mann und „Künstler“ zwei Packungen pro Tag, musste aber wegen Geldmangels aufgeben.

Herr Bretschneider, Geschichte scheint nicht ihre Stärke zu sein. Hitler war ein diktatorischer Schwerverbrecher und kein „militanter Nichtraucher“. Ein Blick in jedes Geschichtsbuch wird Ihnen beim Verständnis der Zusammenhänge hilfreich sein.

Danach versuchte er die Menschen vom Rauchen abzubringen (bei Hermann Göring und Eva Braun scheiterte er).

Hitler versuchte also die Menschen vom Rauchen abzubringen. Aha. Als ergänzende Lektüre zu Snowdons Propagandawerk sollten Sie sich das Buch „Die Reemtsmas – Geschichte einer deutschen Unternehmerfamilie“ des Historikers Erik Linder, das den wirtschaftlichen Aufstieg der Familie und ihre Verstrickung mit dem nationalsozialistischen Regime erzählt – zu Gemüte führen. Reemtsmas Vater Philipp Fürchtegott war Wehrwirtschaftsführer und hatte sein Zigarettenimperium durch große Geldspenden an Hermann Göring abgesichert. Die Nazis machten mit den Zigarettenbaronen beste Geschäfte.

Dürftige Methodik

Dürftig ist in der Tat die Methodik, mittels derer der liebe Herr Bretschneider unreflektiert den pseudowissenschaftlichen Stuss des einschlägig bekannten, mit Tabaklobbyisten kooperierenden Journalisten Snowdon wiederkäut.
Zur Erläuterung:
Am 27./28. Januar 2009 veranstaltete diese “TICAP” in Brüssel einen Volksverdummungskongreß mit dem irreführenden Thema «Prohibition und Passivrauchlüge», bei dem auch die Creme de la Creme der von der Tabakindustrie geschmierten Wissenschaftler vertreten war.

TICAP ist eine Ansammlung von schleimigen Tabaklobbyisten, deren Ziel es ist, Rauchen und Passivrauchen zu verharmlosen und so dem Nikotinkonsum Vorschub zu leisten. Auf den Punkt gebracht geht es darum, dass bei der Tabakmafia der Rubel rollt.

Unter der handvoll an verwirrten, eingeladnenen Wissenschaftlern befand sich auch Christopher Snowdon, der eine äußerst absurde und mit gezielten Desinformationen gespickte Rede über die Entwicklung und den derzeitigen Stand der Anti-Rauch-Bewegung hielt, die unter dem Patronat des allseits bekannten Tabaklobbyisten und neoliberalen rechtsnationalen britischen EU-Abgeordneten Godfrey Bloom MEP in einem Hotelkeller abgehalten wurde, nachdem das EU-Parlament es diesen militanten Handlangern der Tabakmafia untersagt hatte, ihre menschenfeindlichen und antidemokratischen Parolen im EU-Parlament zu verbreiten.

Pikant ist, daß ausgerechnet die Raucher-Sekten, welche diesen Kongreß der absurdesten Wissenschaftler mit dem Argument abhielten, sie wären von der Tabakindustrie unabhängig, aber dabei mit einem “Kronzeugen” aufwarteten, der es in sich hat: Gio Batta Gori, Toxikologe und langjähriger Berater der Tabakindustrie, kassierte Millionenbeträge von dieser Tabakverbrecherbande. Aber auch die anderen “Wissenschaftler” dieser Voklsverdummungskonferenz waren bezahlte Schergen der Tabakmafia. Zwei Beispiele folgen:

Dr. Jan Snel arbeitete unter anderem auch für ARISE, siehe:
http://legacy.library.ucsf.edu/tid/opo43…7118BDFDA092400

Associates for Research in the Science of Enjoyment (ARISE) war eine von der Tabakmafia gegründete und finanzierte pseudowissenschaftliche Bude, mit dem Ziel, den Nikotinkonsum als “stressmindernd” darzustellen.

Dr. Jan Snel arbeitet mit John Luik zusammen. John Luik ist durch und durch Tabakmafia”wissenschaftler” und hat auf der Brüssler “Konferenz” die Desinformationen, die er im Auftrag der Tabakmafia erarbeitet hat, heruntergebetet, was die militante Qualmfraktion offensichtlich in orgasmusähnliche Zustände versetzte. Für denkfähige Menschen jedoch wirkt dieses widerliche pro-Qualm Geschwafel einfach nur abstoßend . Interessantes zu Luik findet man hier:
http://www.sourcewatch.org/index.php?title=John_Luik

Dies sind kleine Details aus einem sehr sachlich geschriebenen Buch von Christopher Snowdon „Velvet Glove, Iron Fist. A History of Anti-Smoking“, UK 2009. Es zeigt alle Spielarten der Raucherbekämpfung: Sie variieren in Motiven (religiös, moralisch, medizinisch) und Methoden (Galeere, heißes Blei in den Rachen, moralische Verurteilung). Weder „Verfolger“ noch die Tabaklobby kommen gut dabei weg.
Es ist eine bewegte Geschichte – voll von Einzelaposteln und ihren Kreuzzügen, besorgten Aufklärern, Konvertierten und Gesundheitsbehörden – staatlichen und selbst ernannten. Den Schluss bildet eine penible Auflistung der bis dato vorliegenden Einzelstudien zum Thema „Schäden durch Passivrauchen“. Deren Methodik ist dürftig. Und so verwundert es nicht, dass die Ergebnisse größtenteils statistisch insignifikant sind. Von 64 Studien fanden neun einen leicht signifikanten Zusammenhang zwischen Passivrauchen und Erkrankungen „naher Nichtraucher“; drei fanden einen negativen Zusammenhang („Passivraucher erkrankten weniger“) und 52 zeigten keinen Zusammenhang zwischen Passivrauchen und beobachteten Erkrankungen.

Es ist eine glatte Lüge, was der Herr Bretschneider da von sich gibt. Denn es gibt weit mehr als nur 64 Studien zut Thema Schäden durch Passivrauchen, Herrn Bretschneider sei empfohlen, sich die Quellen der Metastudie des Surgeon General vorzunehmen, und einfach durchzuzählen.

http://www.surgeongeneral.gov/library/secondhandsmoke/report/index.html

Dann wird er feststellen, dass er nur den Bockmist von Snowdon, der bislang übrigens nicht eine einzige von der Fachwelt anerkannte Publikation zum Thema Passivrauchen veröffentlichte, nachgeplappert hat.

Das ist die Basis, auf der ein guter Teil der Antirauchergesetzgebung ruht. Ja – und auf sogenannten Metastudien (aber wenn man die erwähnten Befunde gemeinsam betrachtet, lässt sich erst recht nichts ablesen, was die Stigmatisierung der Raucher als Täter, denen unschuldige Opfer ihre Krankheit verdanken, rechtfertigen würde).

Meine Güte, Herr Bretschneider, mit Verlaub: Jetzt kommt wirklich nur noch Schwachsinn. Selbstverständlich beruht die Gesetzgenuung zum Nichtraucherschutz auf einerm breiten wissenschaftlichen Konsens, tausenden Studien, fusst auf der Toxikologie des Tabakrauches, dem mittlerweile sogar die Tabakindustrie zustimmt.

Rauchen ist gesundheitsschädlich – das ist sicher. Aber auch Bekehrungsbewegungen haben ihre (gesellschaftlichen) Folgekosten. Man muss nur auf den Tag warten, da übermäßiger Fett-, Zucker-, oder Salzkonsum als volksgesundheitsschädlich entdeckt wird; oder übermäßige Automobilität oder „Energiefressen“. Nicht auszudenken, wo und wie überall gesündigt werden kann!

Herr Bretschneider, sind Sie für Autoabgase in Restaurants?
Bis dato habe ich noch kein Lokal gefunden, indem neben mir ein Auto seine Abgase in den geschlossenen Innenraum bläst, aber es gibt im Freien Fahrverbote bei Feinstaubbelastung, wobei die Grenzen für Feinstaub in Lokalen, in denen geraucht wird weit über den im Freien zulässigen liegen

Schade, dass das Recht zu rauchen in geeigneten Lokalitäten (mit getrennten Zonen) nicht zum „antifaschistischen Grundkonsens“ zu gehören scheint.

Nee. Schade, dass die intellektuelle Aufforderung zum intellektuellen Passivrauchmord nicht strafbar ist.

Schließlich kann man gerade in unserem Teil der Welt „rauchen“ unter anderem als antifaschistischen Akt betrachten.

Bretschneider, Sie sind nicht der erste, der ´Rauchen als antifaschistischen Akt´ bezeichnet. (Da gab es doch auch einen gewissen Wippersberg – wer immer das sein mag.) Und Bretschneider, sie sind auch nicht der erste,  – wahrscheinlich Kettenraucher – der beweist, daß Rauchen die gesamte ´Persönlichkeit´ zerstört – genauer gesagt: Rauchen ist die Folge einer gestörten Persönlichkeit – wie jede Sucht. Das Argument mit Hitler mußte ja kommen, die Süchtler haben immer schon alles, was die Bedriedigung ihrer Sucht in Frage stellt oder behindert als Faschismus denunziert. Dümmer geht es nicht. Einfache Frage: ist Atmen Zeichen einer faschistischen Gesinnung? Korrekte Antwort: selbstverständlich! Denn Hitler hat geatmet (soweit man jedenfalls weiß). Alles klar? (Und ich würde die Presse bitten, derlei konkurenzlosen Schwachsinn wie ihn die Herrn Wippersberg, Breitschneider, und andere Verwirrte absondern, (was erwartet man denn von Süchtigen?) nicht mehr zu veröffentlichen. Das ist ´intellektuelle Körperverletzung.´

Hitler soll ja Schuschnigg beim Gespräch am Obersalzberg das Rauchen untersagt haben…

Ich habe ja Verständnis dafür, dass ein Geisteswissenschafter nicht verstehen kann, dass die Schadstoffe des Tabakrauches vom Raucher nicht geschluckt werden sondern auch daneben stehende Personen schädigen.
Kein Verständnis habe ich für den dummen Versuch, Befürworter von Rauchverboten in die Nähe des Faschismus zu rücken und das Rauchen zu einem antifaschistischen Akt zu erklären.
Übrigens: Philip Morris räumt die Schädlichkeit von Passivrauch schon ein, vielleicht glaubt Herr Bretschneider ja den Herrschaften dort mehr als den Top-Medizinern und Forschern weltweit. Bei WHO und Co herrscht ja, anders als bei der Tabakindustrie, Weltverschwörung, zumindest in den Köpfen von ein paar verwirrten Qualmfanatikern…