Nein beim Volksentscheid: WHO-Diffamierung mit dreister Lügenpropaganda

Die Kampagne „Nein beim Volksentscheid“, dessen Initiator als Pro-Qualm-Protagonist nicht weniger als 3 weitere Internetauftritte zur Diffamierung des Nichtraucherschutzes betreibt und zudem als 2. Vorsitzender des Raucherclubvereins BVGG seine Nähe zur Tabakindustrie unter Beweis stellt, verbreitet in dem Artikel „WHO – fehlgeleitete Fürsorge oder knallharter Lobbyismus?“ ein Sammelsurium gezielter Desinformationen, Halbwahrheiten, Propagandalügen und Manipulationen, das im Wesentlichen aus dem unbedaften Nachplappern des bizarren Gedankenguts entstanden ist, das im Forum des „Netzwerks-Rauchen“, dem wohl überflüssigsten Verein Deutschlands, gehegt und gepflegt wird. Den Herrschaften dieses Rauchernetzwerks ist keine Lüge zu schäbig, keine Propaganda zu dreist, um Rauchen und Passivrauchen, ganz im Sinne der Tabakindustrie, mit denen diese Herrschaften nachweislich zusammenarbeiten, zu verharmlosen.

Ein Paradebeispiel der versuchten Meinungsmanipulation ist der Artikel „WHO – fehlgeleitete Fürsorge oder knallharter Lobbyismus?“, der sich im Untertitel zudem als ‚Versuch einer Bestandsaufnahme‘  bezeichnet, aber in Wirklichkeit nichts mehr als grenzenloser Schwachsinn  merkbefreiter Nikotinfanatiker ist.

Das Elaborat beginnt mit Erzeugung einer WHO-feindlichen Grundstimmung, in dem suggeriert wird, die WHO wäre in Kenia ausschließlich damit beschäftigt, Tabakprävention zu betreiben. Glauben die Verfasser wirklich, das denkende Menschen auf so einen populistischen Schwachsinn hereinfallen?

Rasend schnell haben sich Rauchverbote in den letzten Jahren über den ganzen Globus und sogar in viele Länder der Dritten Welt verbreitet. Man staunt etwa über die Wichtigkeit, die einer strengen Rauchverbotsgesetzgebung zum Beispiel in Ländern wie Kenia beigemessen wurde.

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Kenia liegt unter 60 Jahren. Das liegt nicht etwa daran, daß die Kenianer so exzessive Raucher sind. Im Gegenteil: Der Raucheranteil in der Bevölkerung ist im internationalen Vergleich – wie in fast allen afrikanischen Ländern – niedrig und liegt bei 11 Prozent. Das sind nur wenige Prozentpunkte mehr, als der Bevölkerungsanteil der HIV-Infizierten ausmacht (6,7 Prozent). Elftausend Mütter sterben in Kenia jedes Jahr bei der Geburt ihrer Kinder. Auch die Kindersterblichkeit ist in Kenia sehr hoch – jedes achte Kind stirbt vor seinem fünften Geburtstag. Das liegt auch nicht am Passivrauch, sondern an Malaria und anderen Infektionskrankheiten, Bilharziose und anderen Parasitenerkrankungen, Aids – und an Mangel an sauberem Wasser sowie Mangelernährung.

Haben die Kenianer also keine dringenderen Probleme, als sich ausgerechnet in den Kampf gegen das Rauchen zu stürzen? Die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Koordinationsbehörde der Vereinten Nationen für das internationale öffentliche Gesundheitswesen, scheint das so zu sehen. …

Es genügen zwei Fakten, mit denen sich die Absurdität dieser klassischen Felleistung möchtegernjournalistischer Unkultur aufzeigen lässt:

1. In Kenia hat sich allein zwischen 2003 und 2008 die Zahl der Raucher(innen) verdoppelt.
http://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/tabakaktien-lukratives-laster_aid_474359.html
Ergo: Die Tabakprävention macht gerade in Ländern wie Kenia Sinn, da die Tabakindustrie über diese Länder wie ein Raubtier herfällt.

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=24939
Kenia: Tabakkonzerne kämpfen gegen Rauchverbot . Anders als in den Industrienationen, wo die Zahl der Raucher seit Jahren sinkt, bemühen sich Tabakwarenhersteller erfolgreich darum, in der Dritten Welt neue Märkte für ihre gesundheitsschädlichen Produkte aufzubauen.

2. Wer, wie oben zitiert, suggeriert, dass WHO in Kenia abseits der Tabakprävention  untätig sei, kennt die Fakten nicht. Die Tabakprävention ist nur ein klitzekleiner, aber wichtiger Baustein der Maßnahmen der WHO für Kenia. Denn die WHO tut sehr wohl in Kenia vieles, was die Verbreiter von Diffamierungen gegen die WHO geflissentlich übersehen, ein typisches Merkmal von Verschwörungstheorethikern, die eben nur das erwähnen, was Ihnen gerade ins Konzept passt, und sei’s noch so abstrus.
Was die WHO in Kenia bis 2013 geplant hat, kann man z.B. hier nachlesen:
http://www.who.int/countryfocus/cooperation_strategy/ccs_ken_en.pdf

Nun könnte man sich seitenweise darüber auslassen, was seriöser Journalismus ist, wie er sich zum sog. „Volksreporter“ stellt und welcher Unsinn in der Blogosphäre teilweise von den vielen John und Jane Does verzapft wird, ohne eigene Recherchen, Quellen angebend, die artifiziell verschleiert sind. Oder darüber räsonieren, wie ein Börsenkundiger objektiv über Chancen und Risiken berichten kann, wenn er börsennotierte Pharmaunternehmen in die Nähe von Bioterroristen und Schweinen rückt.
http://community.zeit.de/user/ed2murrow/beitrag/2009/07/21/die-schweinegrippe-eine-weltweite-verschw%C3%B6rung-oder-wer-ist-jane-d

Trotzdem verbreiten gerade Nikotinikerseiten immer wieder den gleichen Mist, so auch geschehen in besagtem Artikel der Anti-Nichtraucherschutz-Aktivisten:

Die WHO – Kampf gegen selbst aufgebaute Popanze statt Krankheitsbekämpfung

Daß die WHO, eine Organisation von hohem Ansehen, sich schon seit Jahren viel lieber zum Retter vor selbst aufgebauten Popanzen aufschwingt, als sich um ihr eigentliches Ziel, „allen Völkern zur Erreichung des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu verhelfen“, zu kümmern, ist in der Öffentlichkeit erst bekannter geworden, seit ihre unrühmliche Rolle im Fall der Schweinegrippe ans Licht kam. Die WHO hat kurzerhand die Definition des Begriff „Pandemie“ geändert, um die Welt vor einer Schweinegrippe-Pandemie warnen zu können. Galt zuvor als Pandemie eine Viruserkrankung mit einem hohen Todesfallrisiko, die sich rasend schnell ausbreitete, kommt es nach der neuen Definition auf die Tödlichkeit gar nicht mehr an.

Hier finden wir schon wieder – zudem abgeschriebenen- Schwachsinn in Reinstform, denn die Pandemiedefinition der WHO wurde gar nicht geändert.

http://www.impfblog.de/2009/12/schaffen-wir-klarheit-pandemie-definition-der-who/

Danke – ich finde es erstaunlich, wie bedenkenlos hier ein (Hobby-)Journalist vom anderen abgeschrieben hat, ohne jemals zu recherchieren ob die Story überhaupt stimmt.

Dabei sollte es jedem einigermaßen lebenserfahrenen Menschen klar sein, dass eine große, bürokratische, internationale Organisation wie die WHO ihre zentralen Begriffsdefinitionen nicht eben mal per Zuruf an den Webmaster ändert. Aber wenn sich etwas als Skandalstory über die böse Pharma-Mafia verkaufen lässt, wird jeder Schwachsin kritiklos geglaubt (siehe Regividerm…).

Weltweit gaben Regierungen im Vertrauen auf das vermeintlich objektive Urteil der WHO um die 18 Milliarden Euro zur Bekämpfung der Schweinegrippe-„Pandemie“ aus. Am Ende stellte sich aber heraus, daß die Zahl der Todesfälle sogar noch unter der lag, die bei der alljährlich auftretenden normalen Grippewelle zu erwarten ist. Auch in Deutschland war das so, obwohl die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung sich den Impfkampagnen ganz verweigerte! Die hastig für teures Geld angeschafften Impfdosen blieben Ladenhüter.

Das Problem ist hinterher natürlich, dass es nicht so schlimm war, wie uns die Medien vorab erzählt haben. Doch was will man machen? 1918 starben an der spanischen Grippe mehr Menschen, als Soldaten im ersten Weltkrieg gefallen sind! Der Virus hat also mehr Menschenleben gefordert als Krupp’sche Waffen und seine Entsprechungen auf allierter Seite.

Stellen wir uns mal vor das wäre dieses mal wieder so schlimm geworden und die WHO hätte nicht gewarnt. Wie groß wäre der Aufschrei dann geworden? Und sollten wir nicht froh sein, dass es glimpflich ablief?  Typisch menschlich meckern wir über die Warnung. Das erinnert mich an die Gurtmuffel: So lange ich niemals einen Unfall baue, solange benötige ich ihn eigentlich nicht, also warum anschnallen? Na, klingelt’s?

Verschwörungstheorien sind aber auch so verführerisch und vor allem eins: Nie beweisbar!

Auf den restlichen Müll diese Artikels, der von einer anonymen Schreiberin mit dem Pseudonym xila verfasst wurde, möchte ich gar nicht näher eingehen. Denn die Qualität der Aussagen, die dort getroffen werden, beweist nur eines:

Rauchen schädigt die kleinen grauen Zellen. Nachhaltig.
http://www.innovations-report.de/html/berichte/medizin_gesundheit/bericht-74721.html

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2 Antworten

  1. Meine Güte, Du musst ein echt zäher Bursche sein. Du liest Dir ein komplettes Niedermeier-Pamphlet durch und kannst hinterher noch halbwegs klar denken? ;-)) Ich höre bei seinem Stuss immer nach den ersten paar Zeilen auf zu lesen, dann wird der Kopfschmerz regelmäßig zu stark.

    Bei Niedermeier ist es jedes Mal sowieso die gleiche „Argumentations“-Kette:

    WHO => DKFZ => „Pharmamafia“ => machtgeile Politiker => Rauchverbot => „Genussverbot“ => Iiiiiiiihhhh, bäääääähh, weg damit!

    Die Reihenfolge in der man die Begriffe nennt, ist übrigens beliebig.

    • Naja, man tut was man kann;-) .

      Nee, Spass beiseite: Wir von sackstarkinfo sind ein Team und wollen diesem und anderen Propagandisten die Maske vom Gesicht reissen. Und es ist uns immer wieder ein Vergnügen. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass nicht sehr viele Leute diesen Niedermeier-Unsinnsblog tatsächlich lesen, abseits seines Qualmgrüppchens.

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