Der Krieg gegen die Raucher

Es gibt viele Bücher zum Thema “Rauchen”, aber nur wenige davon beschwören eine angebliche „Hexenjagd gegen rauchende Menschen“ herauf. Diejenigen, die so etwas in der heutigen Zeit tun, sind eine Hand voll  fanatischer Raucher , die sich in einem sektenartigen Verein, dem sogenannten „Netzwerk-Rauchen“ zusammengeschlossen haben, um mit übelster Propaganda und dreistesten Lügen den Nichtraucherschutz zu torpedieren. Einer derjenigen, der von der parareligiösen Qualmsturmtruppe gerne gebauchpinselt wird, ist der 1945 geborene österreichische Universitätsprofessor Walter Wippersberg. Wipperberg hat jetzt ein Buch mit dem absurden Titel “Der Krieg gegen die Raucher” geschrieben. Der Untertitel des Buches lautet: “Zur Kulturgeschichte der Rauchverbote”.

Das abenteuerliche Machwerk des schwerst nikotinsüchtigen Autors ist fast ausnahmslos die reine Polemik gegen den Gesundheitsschutz. Wippersberg ruft gebetsmühlenartig eine moderne Form der Hexenjagd aus, die sich als Ziel keine rothaarigen Frauen, sondern rauchende Menschen ausgesucht hätte. Alle seine Aussagen sind aber weder belegbar noch nachvollziehbar, sondern abstruse Phantasiegebilde, die auf eine ausgeprägte Paranoia des Nikotinfanatikers Wippersberg schließen lassen.

Wippersberg schwelgt im Selbstmitleid, wenn er seine Thesen über die angebliche Raucherhetze durchknetet. Er konstruiert perverse Thesen wie die, dass es einen Frieden bei diesem Thema nicht geben kann, und schwingt beständig, wie die meisten der sketierenden Qualmfanatiker, die Nazikeule, mit abwegigen Sprüchen. Der Extrakt seines Schreibdurchfalls sammelt sich dabei zu Latrinenparolen wie „die WHO kämpft für den “Endsieg raucherfreie Welt” und ähnlichem Nikotinjunke-Lieblingsgedöns.  Dass die Tabakindustrie den Endsieg über Herrn Wipperberg bereits in der Tasche hat, kommt ihm erst gar nicht in den Sinn.

Das Buch beschwört aber nicht nur eine Hetze gegen rauchende Menschen herauf, die in der Realität gar nicht existiert, sondern missbraucht auch die jüngere und frühe Vergangenheit, um ein Gedankenkonstrukt des Autors zu stützen, das zu suggerieren versucht, es hätte immer wieder Versuche gegeben, den sogenannten „Genuss“ des Rauchens, eine dreiste Erfindung der Tabakindustrie, zu „verteufeln“. Der Autor ergießt sich dabei in der Erschaffung eines Feinbildes, das militante Qualmverfechter in Diskussionen regelmäßig gebetsmühlenartig verbreiten: Nichtraucher wären allsamt „genussfeindlicher Puritaner“, deren einziger Traum darin bestünde, dass Rauchen zu verbieten. Auch in dieser absurden Argumentationskette darf die Nazikeule nicht fehlen. Denn angeblich wäre es ein Traum von Adolf Hitler gewesen, eine tabakfreie Welt zu errichten. Der Wahrheitsgehalt dieser Aussage Wipperbergs entlarvt sich schon alleine in der Tatsache, dass die Nazis mit dem Tabakdrogenkartell, beispielsweise der Firma Reemtsma, glänzende Geschäfte machten. Die SA hatte sogar ihre eigene Zigarettenmarke, die „Sturmzigarette“. Mit derart unappettlichen und dümmlichen Argumenten könnte man noch eher die Millionen an Vokswagenbesitzern diffamieren, denn schliesslich legte Adolf Hitler höchst persönlich den Grundstein des Volkswagenwerks in Wolfsburg. Tun wir aber nicht, denn erstens können wir denken und zweitens heissen wir nicht Wippersberg.

Völlig absurd wir es, wenn Wipperberg eine Geschichte aus dem 17. Jahrhundert zum Besten gibt, wo der türkische Sultan Murad IV fast 25.000 Raucher hinrichten ließ. Wenn Wipperberg dann mit der Bemerkung, „Soweit sind wir heute zwar nicht mehr (oder noch nicht?)“ nachlegt, wir klar, wess Geistes Kind der Kettenraucher ist. Mit seinen abenteuerlichen Behauptungen über angebliche Rechentricksereien der WHO und der angeblichen „Antiraucherlobby“, wer auch immer das sein soll,  macht sich Wipperberg letzendlich vollkommen lächerlich. Passivrauchtote sind nun mal Fakt, und wer hier, wie Wippersberg das tut, von Zahlenspielereien der WHO und fachlich völlig unseriösen Schätzungen blafaselt, befindet sich im Tal der Ahnungslosen, ähnlich den Bürgern der einstigen DDR, die kein Westfernsehen empfangen konnten. Mit dem Unterschied, dass Wipperberg die Möglichkeit hat, sich umfassend zu informieren. Folglich lügt er absichtlich oder ist ganz einfach nur dumm.  Glücklicherweise sind die Zeiten der Tabakdiktatur, in der die Menschen von den Nikotindrogenbaronen belogen und betrogen wurden, und zu deren Büttel sich ein Großteil der Politik machte, weitestgehend vorbei.   Wipperbergs unqualifizierte Aussagen über den toxischen Tabakqualm runden den Gesamteindruck dieses Buch angemessen ab und zeigen, dass es dem Autor nicht um eine seriöse Diskussion geht, sondern einzig und allein um tendenziöse Meinungsmache, von der man den Anschein hat, sie wäre vom Tabakdrogenkartell selbst in Auftrag gegeben und bezahlt worden.

Im vorliegenden Buch gibt sich der schwerst nikotinsüchtige Raucher Walter Wippersberg eine Blöße nach der anderen. Beispielsweise geht er der Frage nach, wie es zu diesem Meinungsumschwung in der öffentlichen Debatte gekommen ist. Dabei ignoriert er vollständig, dass die Tabakdrogenindustrie bis in die späten 90er Jahre die Öffentlichkeit über die Schädlichkeit des Aktiv-und Passivrauchens systematisch auf breiter Front mit gekauften Wissenschaftlern und manipulierten Medien nach Strich und Faden belogen und betrogen hat. Darüber hinaus beschäftigt er sich pseudokulturhistorisch mit vermeintlichen Hintergründen dieses für ihn erstaunlichen Paradigmenwechsels, der überhaupt nicht erstaunlich ist, wenn man die Fakten zur Kenntnis nimmt. Die Art und Wiese, wie er seine kruden Thesen in einen gesellschaftspolitischen Kontext bringt, ist an Absurdität kaum zu toppen.

Wenn Wipperberg fabuliert, das „Kulturphänomen“ Rauchen (Rauchen hat mit Kultur so viel zu tun wie Kuhdung mit Apfeltorte, Anm. d.Red.) nur vom Standpunkt der Gesundheit aus zu betrachten, sei eine barbarische Sichtweise, zeigt er eindrucksvoll, wie die Pferde mit diesem Mann durchgegangen sein müssen. Aber auch da legt er noch eins drauf. Mit der nicht haltbaren These, der vermeintlich „stimulierenden“ Wirkung des Tabaks, die eine  Erfindung des Nikotindrogenkartells ist,  würden wir zum Beispiel einen gar nicht so kleinen Teil unserer Kultur verdanken. Da fragt man sich, woher ein Wippersberg wissen will, was rauchende Künstler wohl geleistet hätten, wären sie nicht der Nikotinsucht anheim gefallen. Wipperberg selbst hätte es wohl die meisten seiner blamablen Machwerke der letzten Monate erspart. Stimulierend wirkt Tabakrauch allenfalls auf das Wachstum von Krebszellen und die Ablagerung und Schädigung der Blutgefäße.  Tabakrauch stimuliert darüber hinaus  die Laune derjenigen, die diesen Dreck an die Süchtigen verkaufen und deren Kassen sich durch die Suchtmittel, die sie unters Volk bringen, bestens füllen.

Wippersbergs Ergüsse ignorieren oder verdreht bewusst einen Großteil der wissenschaftlichen und historischen Fakten, konstruieren und subsumieren absurde psychologische und religiöse Zusammenhänge in Bezug auf den Nichtraucherschutz. Wipperbergs Machwerk ist mit billigster Polemik überladenens Rauchergedöns. Der parareligiöse Fanatismus des Autors wird dabei schon alleine durch den Titel “Krieg gegen die Raucher” entlarvt. Dieses Buch wäre selbst in der Ausführung zweilagaig, perforiert, nur von geringem Nutzen. Das Buch ist in Deutschland noch nicht erschienen. Die 13,90 Euro, die dieser geballte Schwachsinn kosten soll, sind 13.90 Euro zu viel. Aber selbst geschenkt wäre dieser Unsinn noch zu teuer, schade um die Zeit, die man damit verschwendet.

Der Verfasser dieser Rezension sollte sie Herrn Wipperberg in Rechnung stellen.

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3 Antworten

  1. Saustark!
    Nach all den Stiefellecker-Artikel in „Süddeutsche,“ „Zeit“ und ähnlichen Mietmäulern, bei denen sich immer ein Brechreiz einstellt, endlich mal was, bei dem man lachen kann – auch wenn der Hintergrund bitterernst ist!

  2. Ich nehme mal an, dass die Tabaknikotindrogenindustrie dieses mafiöse Buch geschrieben hat! Wenn nicht, ist es erschreckend erkennen zu müssen, was die hochgiftige Droge Nikotin an einem Hirn, wie dem des Herrn Wipperberg, angerichtet hat!

    Ich rufe deshalb die höchsten Gerichte der Welt auf, Tabak sofort und für immer zu ächten! Es ist absurd und widerspricht jeder Menschenwürde, dass es einer Reihe von Verbrechern erlaubt ist, mit chemischen Mitteln vorsätzlich Menschen, vom Baby bis zum Greis, in die Sucht zu treiben, diese körperlich zu schwer zu schädigen bis zum millionenfachen Tod innerhalb eines Jahres!

    Leben wir im tiefsten Sumpf des Kongo oder Missisippi? Oder leben wir in einer Gesellschaft mit Recht und Ordnung? Keines von beiden wenn politisch legalisiert ist, Menschen mittels Nikotin schädigen und umbringen zu dürfen! Wenn Politiker Meineide leisten dürfen, nämlich Schaden vom Volke abzuwenden, ohne bestraft zu werden, dann ist unsere Kultur wohl am tiefsten Punkt angelangt!

  3. Ich bin im Grunde ganz zufrieden, wenn von unserer Gegenseite solche offenkundig unsinnige Veröffentlichungen und Verlautbarungen kommen. Je kruder der Schwachsinn ist, mit dem die Gegenseite an die Öffentlichkeit, – die sie offenbar für völlig dämlich hält -, heran tritt, um so deutlicher spielen sie uns den Ball zu. Dafür kann man nur dankbar sein! Dieses Buch hilft den Nichtraucherschutz in Deutschland vorran zu bringen. Dafür bedanke ich mich herzlich!

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