Rauchernews – Die Afrika-Lüge

Die Lügen von Rauchernews werden immer dreister. Mit dem reisserischen Artikel „Afrika wehrt sich gegen Tabakkontrolle“ versucht Rauchernews den Anschein zu erwecken, dass die Tabakindustrie ein Segen für die Entwicklungsländer sei, weil sie vor allem für die Kleinbauern eine wichtige und verlässliche Einnahmequelle darstellte.

Mit der Realität hat das wenig zu tun. Denn wie wir wissen, bekommen die Tabakfarmer in den Entwicklungsländern kaum etwas von den Profiten zu sehen, die Tabakkonzerne mit ihren Ernten erzielen. Die Tabakbauern der Dritten Welt haben wahrlich ein großes Kreuz zu tragen.

Die USA sind das Zentrum der internationalen Tabakwirtschaft. lm Bereich des internationalen Rohtabakhandels nehmen zu 90% die aus den USA stammenden Unternehmen die dominanteste Position ein. Diese sind durch teilweise sehr aggressive Übernahmen von Rohtabakverarbeitungsfabriken in den Exportländern (überwiegend Brasilien + Simbabwe) immer stärker in die Verarbeitungskette vorgedrungen. Mit ihrer offensiven Strategie begrenzter vorwärtiger Integration haben sie eine lndustrialisierung des Handels herbeigeführt.

Viele traditionelle Tabakfarmen konnten (oder wollten) diesen Weg nicht gehen. Sie verpassten den Anschluss an die neue Entwicklung und wurden von den aggressiven Konzernen übernommen. Diese aggressive Profitsucht führte dazu, dass heute nur noch ein Oligopol von 4 multinationalen (mit Gründungssitz in den USA) Unternehmen besteht. Es handelt sich hierbei urn Philipp Morris, B.A.T. , Reynolds und Rothman. Beispiel Brasilien: In Brasilien sind mehr als 150000 Kleinbauern vertraglich an die oben genannten transnationalen Großunternehmen gebunden. Das System funktioniert wie folgt:

Für jeweils eine Saison wird vertraglich festgelegt zu welchem Preisschema eine gewisse Masse an Tabak aufgekauft wird. Dieses System soll beiden Seiten eine gewisse Sicherheit geben. Jedoch – als hätte man es geahnt – ist diese Sicherheit nur für die Tabakkonzerne relevant, nicht aber für die Farmer. Vor allem unvorhergesehene Produktionsschwankungen unterminieren das System. So führen zB.: Abwertungen der brasilianischen Währung, die einerseits die Exportererlöse der Konzerne erhöhen, andererseits die Schutz- und Düngemittel verteuern, regelmäßig zu Nachforderungen der Bauern, die gelegentlich militante Vorgehensweisen mit sich führen. Es gibt für den einfachen Bauern keine Chance aus diesem Teufelskreis zu entfliehen, denn jeder Bauer schließt ja mit den Konzernen einen jährlich zu erneuernden Vertrag ab, in dem er sich verpflichtet! eine gewisse Menge an Tabak an das Unternehmen zu liefern. Doch es soll noch schlimmer kommen!

Das eigentliche Problem besteht darin, dass die Unternehmen direkt und regelmäßig in den bäuerlichen Produktionsprozess eingreifen. Sie verpflichten ihre Bauern alle wichtigen ,farm inputs“ wie Saatgut, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel etc. von ihnen zu beziehen und nach ihren Weisungen einzusetzen. Diese Mittel sind in der Regel teurer und von den Bauern nur durch Verschuldung an der örtlichen Bank zu ertragen.

Dieses System war von den Konzernen von Anfang an geplant. Durch dieses Eingreifen in den Anbau und die daraus resultierende Verschuldung der Bauern ist es den Konzernen möglich die Farmer über die Vertragsdauer hinaus an sich zu binden und sie für ihre Zwecke auszubeuten. Die 4 genannten Konzerne gehen wie folgt vor: Da die Bauern sich beim Ankauf der Pflanzenschutzmittel etc. verschulden, bieten die Konzerne ihnen finanzielle Unterstützung an. Sie zahlen den Bauern die von ihnen selbst imposierten!!! Saatgüter und andere,,farm inputs“. Dabei verschulden sich die Bauern nicht mehr bei den Banken sondern direkt bei den Tabakkonzernen. Welch ein Glück aber auch! Diese haben also jetzt alle legalen Rechte auf ihrer Seiten und zwingen die Bauern oft bis an ihr Lebensende für sie zu arbeiten, denn irgendwie müssen sie ja ihre Schulden abarbeiten. Die Farmer erzielen also keinen finanziellen Profit. John Nkuchia, Dozent an der Michigan Universität, unterstreicht die fatalen Folgen dieser finsteren Machenschaften für das Leben der Farmer:”(…) trotz der Einkommen aus dem Tabakanbau (sind) zahlreiche Fälle von Unterernährung bei Kindern (bekannt) und die Wohnverhältnisse sind äusserst bescheiden. (…),, Nach Nkuchias Studie leiden 52% der Kinder aus der Migori-Region unter chronischer oder akuter Unterernährung oder sind untergewichtig.

Die menschlichen Kosten des Tabaks Das Rauchen beeinträchtigt nicht nur das Leben der Raucher, sondern hat auch einen hohen Preis für das Leben der Tabakfarmer, das ihrer Familien, und der Umwelt. Das Ausgreifen der Tabakkonzerne auf Entwicklungsländer, angezogen von billiger Arbeitskraft und billigem Land, bringt ein ganzes Bündel von gesundheitlichen, ökologischen und sozialen Problemen mit sich. Die Tabakkonzerne nehmen (wie bereits erwähnt) die Bauern unter Vertrag und schreiben ihnen vor welche Pestizide sie zu benutzen haben. Es wird eine gewaltige Menge an Pestiziden auf die Tabakpflanzen gespritzt – und dies nach Anweisungen der Tabakkonzerne!!

Das Problem bei der Sache ist, dass die Bauern keinerlei lnformationen über die Gefahren der benutzen Gifte bekommen (oft wissen die Bauern nicht einmal, was sie genau auf das Feld sprühen). Infolge dessen ist den Bauern der Entwicklungsländer nicht bewusst was für einer Gefahr sie sich beim Versprühen der hoch giftigen Pestizide aussetzen. Wie man sich ausreichend schützt ist ihnen nicht bekannt, außerdem ist Schutzbekleidung zu teuer. In vielen Anbaugebieten der dritten Welt, stehen die Farmer in kurzen Hosen und kurzärmeligen T-shirts auf dem Feld und versprühen die hoch giftigen Pestizide aus. Weiterhin wird ein großer Teil der Chemikalien (durch schlechte Ausrüstung, korrodierte Sprühdosen etc) vergeudet. Somit steigern sich wiederum wiederum die Kosten der Bauern. Jetzt ratet einmal bei wem sich die Bauern diese Kredite holen. – ein echter Teufelskreis! 1993 sind 6000 gemeldete Fälle von Vergiftung durch Pestizide bekannt geworden. Das sind 6000 Tote! Muss man sich einmal vorstellen!

Siehe auch:
http://www.unfairtobacco.org/

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Eine Antwort

  1. […] zeigt durch den Text in “About”, dass die gezielte Falschdarstellung  (Beweis 1, Beweis 2, Beweis 3) immer noch zu seinem gern genutzten Instrumentarium als “Journalist” […]

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