Romano Grieshaber legt nach

Den Einfluss  der Tabakindustrie auf deutsche Wissenschaftler hat im Jahr 2005 Thilo Grüning von der London School of Hygiene & Tropical Medicine im „American Journal of Public Health“ analysiert. Er konnte belegen, dass die Tabakindustrie seit den fünfziger Jahren ein Netzwerk von Forschungsinstitutionen und Wissenschaftlern aufgebaut hat. Die Wissenschaftler waren finanziell von ihr abhängig, im Gegenzug verschleierten und verharmlosten sie jahrzehntelang Erkenntnisse über die Gefährlichkeit des Rauchens und Passivrauchens.

Zu diesen „Wissenschaftlern“ muss man wohl auch Professor Romano Grieshaber rechnen, der in seiner Amtszeit bei der BGN (Berufsgenossenschaft für Gaststätten) bereits die absurdesten Thesen über Passivrauchen verbreitete. Wissenschaftlich gesehen waren Grieshabers Thesen unhaltbar. Grieshaber ist mittlerweilen verrentet, doch er entblödet sich nicht, seine damaligen Thesen in einem gräßlich unwissenschaftlichen Pamphlet der Öffentlichkeit feil zu bieten.
Fragt sich nur, wer diesen pseudowissenschaftlichen Schwachsinn glauben mag.

Mein Fazit: Nikotin ist fürs Hirn (und andere Körperteile) gar nicht gesund.

Nachtrag: Die als äußerst militant bekannte Tabaklobbyistengruppe „Herrenzimmer“, die mit ihren pöbelhaften Internetschmierereien regelmäßig dem Tabakkartell die Stange hält,  jubelt den Megaschmarren Grieshabers bereits in den Himmel. Die haben ja noch nicht mal bemerkt, dass Grieshabers Machwerk sich bereits durch den schwülstigen Titel per se diskreditiert. Sowohl Grieshaber als auch das „Herrenzimmer“ leiden an einem Realitätsverlust der besonderen Art, der wohl nicht nur auf fortgesetzten Nikotinabusus zurückzuführen ist. Da müssen offensichtlich auch noch andere, das Bewusstsein verändernde Drogen mit im Spiel sein.

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2 Antworten

  1. http://www.dguv.de/inhalt/presse/hintergrund/passivrauchen/index.jsp
    Statutory accident insurance distances itself from Romano Grieshaber’s book on passive smoking
    In the book „passive smoking“ – Twilight of the gods of science, “ says Professor Romano Grieshaber , a former employee of the association for food and hospitality industry, in his thesis that the harmfulness of secondhand smoke has not been scientifically proven. To clarify the BNG professional associations and accident insurance state:
    „The publication of Romano Grieshaber reflects the personal opinion of the author. It is not coordinated in any way with the institutions for statutory accident insurance and its umbrella organizations and we do not approve of it. The book does not match the consensus of the professional associations and accident insurers’ attitude to secondhand smoke. Secondhand smoke threatens health. It contains over 4800 different substances, including over 50 known carcinogens and many more toxic substances. The thesis that the harmfulness of secondhand smoke is not scientific evidence is clearly not the view of the statutory accident insurance professional associations, accident insurers and their German Social Accident Insurance Association distance themselves expressly from Romano Grieshaber’s book. “

    Foto: Celeste-RF – Fotolia.de
    Ansprechpartner:
    Stefan Boltz
    Stv. Pressesprecher
    Tel.: 030 288763-768
    E-Mail presse@dguv.de

    Gesetzliche Unfallversicherung distanziert sich von Romano Grieshabers Buch zum Passivrauchen
    In dem Buch „Passivrauch „- Götterdämmerung der Wissenschaft“ stellt Professor Romano Grieshaber, ehemaliger Mitarbeiter der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe, die These auf, die Schädlichkeit des Passivrauchens sei wissenschaftlich nicht belegt. Dazu stellen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen klar:
    „Die Veröffentlichung von Romano Grieshaber spiegelt die persönliche Meinung des Autors wider. Sie ist in keiner Form mit den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung und ihrem Spitzenverband abgestimmt und wird auch nicht von ihnen gebilligt. Das Buch entspricht nicht dem Konsens der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen zum Passivrauchen. Passivrauch gefährdet die Gesundheit. Er enthält über 4800 verschiedene Substanzen, darunter über 50 bekannte krebserzeugende und weit mehr giftige Stoffe. Die These, die Schädlichkeit des Passivrauchens sei wissenschaftlich nicht eindeutig belegt, ist aus Sicht der gesetzlichen Unfallversicherung nicht haltbar. Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und ihr Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung distanzieren sich daher ausdrücklich von Romano Grieshabers Buch.“

  2. Das Pamphlet von Romano Grieshaber lässt ebenso wie sein Brief vom 10.9.2012 an den Landtag NRW auf den ersten Blick erkennen, dass er von Epidemiologie und Umweltmedizin keine Ahnung hat. Auch für das Universitätsklinikum Jena und alle Internisten ist ein solcher Kollege eine Schande. Seriöse Wissenschaftler ignorieren in der Regel dieses Geschwätz. Es ist dem international renommierten Epidemiologen Prof. Künzli hoch anzurechnen, dass er sich die Zeit nahm, einen sachlichen Kommentar zu schreiben. In http://www.tageswoche.ch/de/2012_37/basel/462242/passivrauchen-schadet-eine-replik-zu-den-ansichten-von-romano-grieshaber.htm erfährt man, dass Grieshaber seine angebliche Studie nie veröffentlicht hat. Interessant wäre, ob er sie Fachkollegen gar nicht vorgelegt hat oder weshalb sie zurückgewiesen wurde: wegen methodischer Fehler oder Beauftragung durch die Tabakindustrie? Die hatte auch vor der Abstimmung über die FCTC der WHO Enstrom und Kabat gekauft, die sich als Institut für Präventivmedizin und ihre Geldgeber als Center of Indoor Air Research tarnten, bis man herausfand, dass sie von der Tabakindustrie bezahlt waren, um ihre manipulierte Studie genau vor der Abstimmung bei der UNO mit großem Getöse in die Medien zu bringen. Jetzt lärmte Grieshaber erfolgreich vor der Abstimmung in der Schweiz und möchte auch noch die Politiker von NRW beeinflussen. Ich hoffe, sie hören auf echte und nicht käufliche Wissenschaftler.

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