Neues aus dem militanten Herrenzimmer

„Rauchen ist tödlich“, steht auf der Zigarrenkiste. Da gibt es doch tatsächlich tabakreligiöse Mitmenschen, die unterstellen manchen Nichtrauchern pauschal, es sei

der einzige Spaß, den sie kennen, ….. anderen das Rauchen verbieten zu können.

Und deshalb würden sie (die Nichtraucher)

sich auch so infantil über die Krankheitsdrohungen und Todeswünsche, mit denen Raucher belegt werden, wenn sie sich etwas zu Rauchen kaufen oder, besonders perfide, es verschenken oder geschenkt bekommen, freuen.

Begründet wird dieser absolut unlogische Schwachsinn mit keinem Wort.Wenn Kleingeister massenweise Drogen konsumieren, sondern sie oft Absonderliches ab, ohne es zu registrieren.

Man muss charakterlich sehr weit heruntergekommen sein, um Mitmenschen, die man nicht kennt und die einem nicht das Geringste zuleide getan haben, zu unterstellen, irgend jemandem

Qual und Tod an den Hals zu wünschen.

Entweder meldet man sich dann zum Militär, wo bekanntlich der Nikotindrogenkonsum weit verbreitet ist, oder man wird nebenberuflich tabakterroristischer Amokist. Beides macht sehr sehr einsam; außer von anderen gleichermaßen Eingeschränkten wird man von allen gemieden. Das Leben mit gewaltbereiten Tabakfetischisten macht einfach keinen Spaß, und triumphale Geschichten darüber, wie man den ganzen Tag lang wieder an nichts gedacht hat als daran, wie man sich mit Drogen aller Art sein erbärmliches Dasein erträglich macht, sind, freundlich formuliert, sterbensöde.

Es sind genau die Gestalten, die Karl Kraus als „traurige Folgen einer unterlassenen Fruchtabtreibung“ bezeichnete, die sich am verbissensten an die Wahnvorstellung klammern, ihre bloße Existenz sei allein schon bedeutsam. Das Internet hat ihnen die technische Möglichkeit zur Selbstaufblähung gegeben, von der sie mit erbärmlichem Fleiß Gebrauch machen, und nennen sich dann „Herrenzimmer“.

Doch das Predigen der Tabaktalibane auf angeblich „Gesundheitsreligiöse“ ist weniger erfolgreich, als es dargestellt wird. Wer seinen Kopf drogenfrei hält, entwickelt einen Propagandaabprallmechanismus und tut nicht das, wozu der geschundene Körper und der der kranke Geist den Drogensüchtigen zwingt, sondern das, was er mag.

Als ich, am Abend mit einem guten Glas Rotwein im Straßencafe sitzend Jean Cassou lese, spricht mich ein zehn- oder elfjähriger Junge an: „Was hat der Mann da drüben für eine große Zigarette?“, fragt er. „Die stinkt ja wie die Hölle.“ Bevor ich antworten kann, sagt seine Mutter: „Ja, ein besonders rücksichtsloser Zeitgenosse vergiftet damit die Atemluft seiner Mitmenschen!“
Wenig später bleibt eine ältere Dame am Tisch stehen. „Dieser unglaubliche Gestank nach Tabakdreck, wie halten sie das nur aus“, sagt sie, hält sich die Nase zu und sucht das Weite. Sieht so sozialer Frieden aus?

Die Inhalation von aerosolem Sondermüll aus Tabakabbrand als „Genuss“ darzustellen ist pervers per se. Doch die Krankheit der Gedanken drogensüchtiger Zeitgenossen kann man an ihren vollends unlogischen Ergüssen, wie nachfolgend zitiert, nur allzu gut erkennen:

Dass Menschen nicht mehr guten Tabak riechen dürfen, sondern stattdessen die Ausdünstungen aus den schweißnassen Innenslips der Sporthosen ihrer Artgenossen einatmen müssen, ist ein Fortschritt der Menschheit, an dem Anteil zu haben ich nicht beanspruche.

Wir wissen nicht, in welche ungewaschenen Innenslips der Autor obigen Zitat jemals seine Nase gesteckt hat, aber es sei ihm empfohlen, dringend einen kompetenten Arzt aufzusuchen. Die Wirrheit der Gedanken lassen Schlimmstes vermuten. Oder ist obiges Zitat eine klassische Projektion? Hat der gute Mann einen Fetisch für die schweißnassen Innenslips der Sporthosen seiner Artgenossen? Aber selbst wenn dem so wäre, keiner neidet ihm den „Genuss“, ob nun toxischer Tabakabbrand oder verschwitzte Innenslips. Solange er bei seinen ungewöhnlichen Hobbies seine Mitmenschen unbehelligt lässt.